New York - Gegen den US-Bananenkonzern Chiquita ist in den USA erneut Klage wegen Unterstützung rechtsextremer kolumbianischer Paramilitärs eingereicht worden. Knapp 400 kolumbianische Familien fordern in einer Sammelklage Schadenersatz in Milliardenhöhe, wie einer ihrer Anwälte am Mittwoch in New York mitteilte. Es gehe um insgesamt 7,8 Milliarden Dollar (5,3 Milliarden Euro).

Die Kläger werfen dem Unternehmen demnach vor, die ultrarechten Vereinigten Selbstverteidigungsgruppen Kolumbiens (AUC) finanziell unterstützt zu haben. Die AUC habe Angehörige der Kläger gefoltert und getötet.

1,7 Millionen Dollar für Paramilitärs

Laut Klageschrift wird der Schadenersatz für "Terrorismus, Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, Folter und unrechtmäßigen Tod" gefordert. Bereits im Juli hatte eine ähnliche Sammelklage vor einem Gericht in New Jersey Erfolg. Wie hoch die Entschädigungszahlungen waren, wurde nicht bekannt.

Chiquita hatte im März eingeräumt, die zum Schutz der Bananenplantagen in Kolumbien eingesetzten AUC-Milizen zwischen 1997 bis 2004 mit mehr als 1,7 Millionen Dollar (fast 1,3 Millionen Euro) unterstützt zu haben. Wenig später erklärte sich das Unternehmen bereit, 25 Millionen Dollar Strafe zu zahlen.

Die AUC beging in ihrem Kampf gegen linksgerichtete Rebellen Massaker mit Hunderten von Toten. Die US-Regierung setzte die AUC Ende 2001 auf ihre Liste von Terrororganisationen. Nach einem Abkommen mit der Regierung in Bogotá schlossen die Paramilitärs im vergangenen Jahr offiziell ihre Entwaffnung ab. (APA)