Islamabad - Die pakistanische Opposition hat am Donnerstag Beratungen über ein Bündnis gegen Präsident Pervez Musharraf aufgenommen. Der ehemalige Ministerpräsident Nawaz Sharif ging am Mittwoch auf das Angebot seiner Erz-Rivalin Benazir Bhutto ein, sich auf diesen kleinsten gemeinsamen Nenner zu einigen. Die Chefin der größten Oppositionspartei reichte selbst den Islamisten die Hand, die als die gefährlichsten Gegner des Präsidenten gelten.

"Wir sind bereit unsere Meinungsverschiedenheiten beiseitezulegen", sagte Sharif in seinem saudiarabischen Exil der Nachrichtenagentur Reuters. Er und Bhutto haben sich in den 90er Jahren an der Regierung abgewechselt, bis Musharraf sich 1999 an die Macht putschte. Sharif ist Chef der kleineren Partei Muslim League-N und gehörte zuletzt zu den schärfsten Kritikern der von den USA unterstützen Bemühungen, Musharraf und Bhutto zu einem Bündnis zu bringen. Die Chefin der Volkspartei kündigte die Zusammenarbeit mit dem Präsidenten auf, nachdem Sicherheitskräfte massiv gegen ihre Anhänger vorgegangen waren und sie zum zweiten Mal unter Hausarrest stellten.

Werben um Zweckbündnis

Bhutto nahm auch Kontakt zum Chef der islamistischen Allianz, Qazi Hussain Ahmed, auf und warb für "ein Zweckbündnis". Die Extremisten pflegen enge Verbindungen zu den radikal-islamischen Taliban und haben in den vergangenen Monaten mit zahlreichen Anschlägen zur Verschärfung der Krise beigetragen. Die USA stützen ihren Verbündeten Musharraf nicht zuletzt aus Sorge, das atomwaffenbesitzende Nachbarland Afghanistans könnte in die Hände der Islamisten fallen.

Die ehemalige Regierungschefin versuche, alle politischen Parteien hinter dem Wunsch nach Demokratie zu einen, sagte der Senator und Bhutto-Vertraute Latif Khosa. "Das Minimalziel ist der Sturz von General Musharraf und die Bildung einer neutralen Konsensregierung, um freie und faire Wahlen zu organisieren." Musharraf bemühte sich unterdessen um die Aufstellung einer Übergangsregierung, die bis zur geplanten Parlamentswahl am 9. Jänner im Amt bleiben soll. Musharrafs derzeitige Amtszeit als Staatschef endet eigentlich am Donnerstag, er hat sie mit der Ausrufung des Ausnahmezustands allerdings vorerst verlängert. (APA/AP)