München - Der deutsche Elektrobauteile-Hersteller Epcos hat im vergangenen Geschäftsjahr soviel verdient wie seit 2001 nicht mehr. Der Jahresgewinn im fortgeführten Geschäft kletterte wegen der brummenden Konjunktur in der Auto- und Industrieelektronik um gut 80 Prozent auf 63,7 Mio. Euro, wie Epcos am Donnerstag mitteilte. Der Umsatz sei um ein Zehntel auf 1,44 Mrd. Euro gewachsen. "Epcos steht heute so gesund da wie noch nie seit den Boom-Jahren 2000 und 2001", sagte Vorstandschef Gerhard Pegam.

Einen Dollarkurs auf dem derzeitigen Niveau und einen Preisverfall von wie zuletzt acht Prozent könne sein Haus wegstecken. Grundsätzlich werde Epcos aber weiter daran arbeiten, sich gegen kommende Krisen zu rüsten. "Es wird auch in Zukunft Phasen schwächerer Nachfrage geben. Wir wissen nur nicht wann", sagte Pegam. "Wir dürfen in solchen Schwächephasen nur nicht wieder in die roten Zahlen rutschen."

Das befürchtet der Vorstandschef für die unmittelbare Zukunft wohl nicht: In dem am 1. Oktober begonnenen Geschäftsjahr rechnet Epcos mit einem Umsatzwachstum von fünf bis sechs Prozent. Das Betriebsergebnis (Ebit) solle auf rund 100 Mio. Euro von zuletzt rund 83 Mio. Euro steigen. Die gestiegene Bedeutung der Energieeffizienz von elektronischen Geräten sowie Wachstum und Technologiewandel in der Mobilfunkbranche sorgten für Auftrieb, sagte Pegam. Allerdings erhöhe der starke Euro den Preisdruck und die Risiken von Wechselkursverlusten.

Stellenverlagerung nach Asien

An seiner Stellenverlagerung hält Epcos weiter fest. Etwa die Hälfte der geplanten 450 Stellen seien bereits von Deutschland nach Asien verschoben worden. Im laufenden Jahr würden mindestens 200 weitere Arbeitsplätze aus dem Segment der Oberflächenwellenfilter - Komponenten für Handys - von München nach Singapur wandern.

Die sich seit Jahren ziehenden Gespräche über eine Partnerschaft mit einem asiatischen Konkurrenten seien inzwischen konkreter geworden. "Ich könnte mir schon vorstellen, innerhalb der nächsten zwölf Monate zu einer Lösung zu kommen", sagte Pegam, der eine Kapitalverschränkung mit einer Firma aus Fernost nicht ausschließt. Mit einer Kooperation will Epcos versuchen, auf den bisher stark abgeschotteten japanischen Markt vorzudringen. (APA/Reuters)