Wien/Dublin - Der regierende Titelträger Sebastien Loeb steht vor der am Freitag startenden Irland-Rallye unter Zugzwang. Im vorletzten Lauf der Saison muss der Franzose seinen finnischen Rivalen Marcus Grönholm besiegen, um die Chance auf die vierte WM-Krone in Serie aufrechtzuerhalten. Der Ford-Pilot, der zum Karriere-Ende unbedingt den dritten Titel holen will, liegt derzeit vier Zähler vor Loeb. Für Manfred Stohl lautet auch auf der grünen Insel das Ziel, Punkte einzufahren.

Loebs Saisonverlauf präsentiert sich bisher als Hochschaubahn. Sieben Erfolgen, um zwei mehr als Grönholm, stehen gleich drei Ausfälle gegenüber. Vor drei Wochen in Japan versagten sowohl dem Citroen-Piloten als auch Grönholm die Nerven. Beide mussten nach Ausrutschern aufgeben. Sollte Loeb auch in Irland scheitern, ist Grönholm mit einem zweiten Platz neuer Champion. "Das Resultat in Japan hat unsere Situation kaum verändert. Zuvor mussten wir fünf Rennen gewinnen, nun eben zwei", meinte Loeb vor dem Start der erstmals im WM-Kalender aufscheinenden Rallye.

Grönholm: "Um beide WM-Titel zu kämpfen ist eine großartige Ausgangslage"

Der 39-jährige Grönholm wird es seinem Widersacher auf der Asphalt-Rallye jedoch nicht leicht machen. "Um beide WM-Titel zu kämpfen ist eine großartige Ausgangslage. Beide zu gewinnen wäre ein fantastischer Weg, meine Karriere zu beenden", meinte der Finne. Ford (189 Pkt.) benötigt in der Konstrukteurs-Wertung nur noch drei Zähler, um die erfolgreiche Titelverteidigung vor Citroen (156) zu schaffen.

Österreichs Beitrag Manfred Stohl erwartet sich nach seinem Abstecher zur Waldviertel-Rallye auch auf Asphalt "ähnliche rutschige Verhältnisse". Der 35-jährige OMV-Pilot im Citroen Xsara spekuliert nach seinem sechsten Rang in Japan erneut mit einem Platz unter den ersten Acht. "Je schwieriger die Bedingungen sind, desto leichter könnte es uns fallen. Dennoch müssen wir vom ersten Kilometer an voll attackieren", meinte der Wiener, der aktuell den neunten WM-Rang einnimmt. Der Steirer Andreas Aigner vom Red-Bull-Rallye-Team peilt mit seinem Mitsubishi EVO IX in der Gruppe N trotz eines starken Starterfeldes einen Podestplatz an.

Nach dem Start mit der Super Special am Donnerstagabend in Belfast stehen von Freitag bis Sonntag 19 Sonderprüfungen mit insgesamt 342,34 km auf dem Programm.(APA)