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Foto: reuters/ stringer
Paris - Die Proteste gegen die Hochschulreform der französischen Regierung weiten sich aus. Am Donnerstag gab es an 40 von 85 Universitäten Protestaktionen, wie eine Zählung der Nachrichtenagentur AFP ergab. Blockaden durch Studenten fanden an 31 Hochschulen statt, drei Hochschulen wurden durch die Verwaltung geschlossen, am Rest gab es Studentenstreiks und Demonstrationen. Sie richten sich gegen ein Gesetz, das den Hochschulen mehr Autonomie verschaffen soll und stärker auf eine private Finanzierung der Universitäten setzt.

Ausweitung der Proteste

Die für die Hochschulen zuständige Ministerin Valérie Pécresse wollte am Donnerstag Vertreter von fünf Studentengewerkschaften empfangen. Zwei kleinere Organisationen, die eine Abschaffung des Gesetzes verlangen, wurden nicht eingeladen. Die größte Studentenvereinigung Unef rief zu einer Ausweitung der Proteste auf, fordert aber weiter nicht eine Abschaffung des Gesetzes, sondern Garantien bei der Umsetzung.

Autonomie

Laut dem Gesetz sollen alle Universitäten binnen fünf Jahren in den Bereichen Finanzen und Personal autonom werden. Dabei soll über Stiftungsmodelle verstärkt auf Gelder aus dem Privatsektor zurückgegriffen werden. Die Studenten befürchten eine weitgehende Privatisierung der Hochschulen und einen mittelfristigen Rückzug des Staates aus der Finanzierung. Zunächst geplante höhere Hürden für den Hochschulzugang hatte die Regierung schon vor Verabschiedung des Gesetzes gestrichen.