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Proteste gegen Blackwater auch in den USA: Ein Mann beschmiert das Firmenlogo mit roter Farbe.

Foto: AP/Curry
Heimgeschickt und gefeuert: Das ist bisher die Höchststrafe für Sicherheitsleute von Blackwater (und anderen privaten US-Sicherheitsfirmen), die sich im Irak etwas zuschulden kommen lassen. Bei einer FBI-Untersuchung der Schießerei am Nisour-Platz in Bagdad am 16. September 2007, bei der sich bedroht fühlende Blackwater-Mitarbeiter 17 Menschen töteten, ist nun herausgekommen, dass in 14 Fällen die Gewaltanwendung "unangemessen" war. Was noch lange nicht heißt, dass die Täter in den USA belangt werden.

Mit Order 17 - man hatte es eilig damit - der US-Zivilverwaltung im Irak wurde nach dem Fall Saddam Husseins die Immunität von US-Sicherheitsfirmen im Irak festgelegt - das heißt, sie sind von irakischen Gerichten nicht verfolgbar. Der irakischen Regierung von Nuri al-Maliki ist diese Verfügung spätestens seit Dezember 2006 ein Dorn im Auge. Ein Blackwater-Mann, der den Weihnachtsabend auf seine Art feierte, erschoss damals in der Internationalen Zone in Bagdad in betrunkenem Zustand einen Leibwächter des Vizepräsidenten.

Er wurde, wie schon gesagt, entlassen und nach Hause geschickt. In einem Hearing vor einem Kongressausschuss im Oktober, wegen der September-Schießerei, sagte Eric Prince, der bubengesichtige Blackwater-Chef, der der christlichen Rechten nahesteht, seit 2003 seien 120 Blackwater-Mitarbeiter entlassen - es wäre interessant, die Hintergründe der einzelnen Fälle zu sehen, schreibt Jeremy Scahill in The Nation.

Jedenfalls empfahl nach der Erschießung des Vizepräsidentenleibwächters ein US-Diplomat der Firma, sie solle freiwillig eine Entschädigung an die Familie des Toten zahlen, 250.000 US-Dollar. Laut dem Bericht des Kongressausschusses war jedoch die Sicherheitsabteilung der Meinung, das sei zu viel: Die Summe würde Iraker dazu verleiten "to try to get killed" (zu versuchen, getötet zu werden). Blackwater zahlte letztendlich 15.000 US-Dollar.

Als nach dem Vorfall am Nisour-Platz die irakische Regierung Blackwater von den Straßen Bagdads verbannte, wusste jeder, dass diese Maßnahme nur von kurzer Dauer sein würde. Blackwater sorgt für die Sicherheit des Personals der US-Botschaft - auch am Nisour-Platz begleitete Blackwater einen US-Konvoi -, und wenn Blackwater zu Hause bleibt, müssen auch die Botschaftsmitarbeiter zu Hause bleiben. Zwar sind auch noch andere US-Sicherheitsfirmen betraut, aber es würde einige Zeit dauern, bis sie Blackwater komplett ersetzt haben. (guha/DER STANDARD, Printausgabe, 16.11.2007)