Wien - Das Gesundheitsministerium hat angesichts der steigenden Defizitprognosen für die Krankenkassen darauf verwiesen, dass man bereits ein Paket beschlossen habe, das 300 Millionen Euro bringen soll. Dieses enthält die Anhebung der Krankenversicherungsbeiträge um 0,15 Prozent und Einsparungen bei den Kassen, die weitere 150 Millionen bringen sollen. Jene Kassen, bei denen das Defizit besonders groß ist, müssten nun selbst ein Sanierungskonzept vorlegen, sagte Jürgen Beilein, der Sprecher von Gesundheitsministerin Andrea Kdolsky, am Freitag auf Anfrage der APA.

Der Kdolsky-Sprecher gestand zu, dass die Entwicklung bei einigen Kassen, wie etwa der Wiener, "dramatisch" sei. Es könne aber nicht so sein, dass man dann auf die Solidarität der anderen Kassen zurückgreift. Diese Kassen müssten selbst ein tragfähiges Sanierungskonzept vorlegen. Der Rechnungshof habe der WGKK dazu schon Vorschläge gemacht. Beilein verwies aber auch darauf, dass die Prognosen "traditionell sehr vorsichtig" seien und die wirkliche Bilanz dann nicht ganz so schlecht ausschaue.

Die laut jüngster Prognose geringeren Überschüsse der Sozialversicherung der gewerblichen Wirtschaft sind im Übrigen nach Angaben aus SVA-Kreisen in erster Linie darauf zurückzuführen, dass mit dem letzten Kassenpaket die Beiträge in diesem Bereich auf jenen der Arbeiter und Angestellten deutlich gesenkt wurden. (APA)