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Carl Gustaf und Silvia von Schweden nach dem Mediengespräch im Königlichen Schloss in Stockholm: Er will den Klima-, sie den Kinderschutz forcieren.

Foto: AP/Henrik Montgomery
Stockholm - Die Frage, woraus ihre enorme Popularität bei den Untertanen erwachse, mag die Königin zunächst nicht beantworten: "Fragen Sie das die Schweden selbst." Dann räumt sie ein: "Vielleicht liegt es daran, dass ich ein Tatmensch bin. Ich sehe Probleme und versuche, dagegen anzugehen."

Tatkraft und Courage hat Königin Silvia, die 1999 die Kinderhilfsorganisation "World Childhood Foundation" gründete, seit langem nicht zuletzt mit ihrem ganz persönlichen Einsatz gegen die sexuelle Ausbeutung von Kindern bewiesen. "Es gilt, die Augen zu öffnen, Tabus zu berühren", sagt die Königin.

Sie, der das Amt eigentlich dezente Zurückhaltung bei politischen Themen auferlegt, trug Ende der 90er-Jahre mit ihrem Engagement maßgeblich zur Abschaffung jenes Gesetzes bei, das unter Verweis auf die Meinungsfreiheit den Besitz von Kinderpornografie gestattet hatte.

Heute nutzt Silvia öffentliche Auftritte, um vor einschlägigen Gefahren im Internet zu warnen, und sie liest einer Tourismusbranche die Leviten, die der eigenen Verantwortung im Kampf gegen den Sextourismus ihrer Meinung nach zu wenig gerecht wird.

Auch darüber hinaus liegen der schwedischen Königin die Rechte der Jüngsten am Herzen. "Jede einzelne Perle symbolisiert jeweils ein Kinderrecht", erklärt sie auf die Frage nach dem farbenfrohen Armband an ihrem Handgelenk. "Das Recht auf Kunst ist ein Kinderrecht" heißt denn auch das Symposium, auf dem die Königin am Mittwoch eine Rede halten wird - laut Protokoll einer der Höhepunkte des Österreich-Besuchs.

Lieblingsthema Klima

König Carl Gustaf seinerseits spricht mit merkbarem Enthusiasmus von dem Seminar über alternative Energie, das ebenfalls am Mittwoch unter Beteiligung von Vertretern aus Politik und Wirtschaft beider Länder stattfinden wird. Eine künftige Zusammenarbeit in diesem Bereich ist eines der vorrangigen Ziele des Staatsbesuches, was der König mit Nachdruck unterstützt: "Wir haben noch keine fertigen Lösungen. Aber gerade deshalb treffen wir einander, um uns auszutauschen, interessante Diskussionen anzustoßen. Energiefragen gehören derzeit zu den weltweit wichtigsten Problemen."

Freilich sei das Reden über den Klimaschutz bisweilen leichter, als selbst einen konkreten Beitrag zu leisten, räumt der König ein. Doch im Königshaus tue man sein Bestes: Man trennt den Müll, und zur Beheizung des Schlosses in Drottningholm nutzt man Pellets, die schrittweise durch Rapsöl ersetzt werden sollen. "Außerdem haben wir den Fuhrpark um ein paar ethanolbetriebene Autos und um ein Hybridauto erweitert", berichtet der König, der ansonsten für seine Vorliebe für superschnelle Flitzer bekannt ist. Das wird in Österreich mit Sicherheit kein Thema sein. (Anne Rentzsch/DER STABDARD, Printausgabe, 17.11.2007)