New York/Los Angeles - Am Wochenende ist sowohl in den Streik der Hollywood-Autoren wie in den der Broadway-Bühnenarbeiter Bewegung gekommen: In beiden Fällen zeigen die Streikenden Gesprächsbereitschaft. In einer gemeinsamen Erklärung am Freitag gaben Hollywood- Autoren und Filmproduzenten bekannt, dass sie am 26. November mit einer neuen Verhandlungsrunde beginnen wollen, berichtet das Branchenblatt "Variety". Nähere Details wurden zunächst nicht veröffentlicht.

Bereits am Samstag haben in New York Verhandlungen zwischen der Bühnenarbeiter-Gewerkschaft und der Vereinigung der Theaterbesitzer und Produzenten (League of American Theatres and Producers) begonnen, berichtete das Branchenblatt "Variety". Die Parteien hatten zuletzt am 8. November an einem Tisch gesessen, danach hatte der Ausstand begonnen.

Wiederholungen

Der Hollywood-Streik legt mehrere beliebte TV-Sendungen in den USA lahm. Die Late-Night-Shows von Jay Leno und David Letterman senden nur noch Wiederholungen, die Hit-Serie "Desperate Housewives" wurde bereits aus Mangel an Drehbüchern auf Eis gelegt. Dem Spitaldrama "ER" geht vermutlich im Jänner die Luft aus und auch die TV-Ärzte von "Grey's Anatomy" setzen bereits die letzten Spritzen.

Die Drehbuchautoren hatten am 5. November erstmals seit fast 20 Jahren den Arbeitskampf eröffnet, weil sie sich mit den Film- und Fernsehproduzenten nicht auf eine bessere Bezahlung und mehr Rechtsschutz einigen konnten. Der letzte Streik 1988 dauerte mehr als fünf Monate und kostete den Produzenten 500 Millionen Dollar.

Der Streik der Bühnenarbeiter am Broadway kostet New York nach Schätzungen der Gewerkschaft täglich etwa 17 Millionen Dollar. Falls der Arbeitskampf in der kommenden Woche andauert, werden die Verluste besonders schmerzlich. Denn traditionell gilt die Woche um Thanksgiving (22. November) neben Weihnachten als die lukrativste Zeit des Jahres für die Theater.

Betroffen sind nicht nur die beliebten Shows wie "Mamma Mia!", "Chicago", "Hairspray" und "Das Phantom der Oper" sondern auch viele Restaurants im Theaterviertel. Um deren Geschäft anzukurbeln versprach New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg ab Samstag einen Rabatt von 15 Prozent für alle Gäste, die dort zu Abend essen.

Mit dem Streik setzen sich die Bühnenarbeiter gegen eine Lockerung der Arbeitsschutzvorschriften durch die Theaterproduzenten zur Wehr. Nur wenige Bühnen, deren Mitarbeiter nicht gewerkschaftlich organisiert sind, setzen ihr Programm ungeachtet des Streiks fort. (APA/sda/dpa)