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"Dida, didadada, dadidada, didadadadadada ..." Seit Tagen geistert die Melodie eines Liedes durch den Kopf, das man "hundertprozentig" kennt, aber, verdammt, wie heißt der Song noch mal? Ärgerlich.

Vorbei mit dem Ärger

Ärger über diese Art von Erinnerungslücke war es denn auch, den Michal Grabowski, Student an der Stanford University, vor gut fünf Jahren anstachelte, nach einer Lösung zu suchen. Wie wäre es, wenn man nach einem Lied durch simples Vorsummen suchen könnte? Da die Kunst der Spracherkennung und erst recht der Melodieerkennung eine technisch diffizile Angelegenheit ist, dauerte es jedoch noch geraume Zeit, bis Grabowski gemeinsam mit ein paar Studienkollegen der Knopf, pardon, der Ton aufging.

Start Anfang 2007

Anfang 2007 gingen die Jungs schließlich mit ihrer Melodien-Suchmaschine "Midomoi" online. Ganz in Manier des Mitmachwebs 2.0 nutzt mittlerweile eine ständig wachsende Gemeinschaft der "Ohrwurmopfer" die Plattform. Das US-Wissenschaftsmagazin Popular Science kürte Midomi diese Woche zu einer der Top-Innovationen des Jahres 2007.

Nur keine Hemmungen

Um bei Midomi nach Musik zu suchen, braucht man lediglich ein simples Mikrofon. Einfach auf "Start Voice Search" klicken und ungehemmt lossingen, -summen oder -pfeifen. Über ein Flash-Applet nimmt die Website 30 Sekunden des eigenen "Gesangs" auf und vergleicht diese Song-Schnipsel dann mit einer internen, mehrere zehntausend Musikstücke umfassenden Datenbank. Wenig später bekommt man eine Liste mit möglichen Treffern. Da niemand aber wirklich so singt und klingt wie Elvis, sind kleine Schönheitsfehler bewusst einkalkuliert, die Liste bleibt so gut wie nie leer.

Wachstum

Der Song-Katalog wächst jeden Tag. Die Betreiber der Webseite setzen dazu auf die aktive Mithilfe ihrer Nutzer: Anstatt die Gesangsschnipsel mit den Originalsongs zu vergleichen, nutzt man zum Abgleich lieber die Aufnahmen anderer Midomi-Nutzer - und macht dabei vielleicht die Erfahrung, gesanglich gar nicht so schlecht abzuschneiden.

Wer glaubt, das Zeug zum Star zu haben, kann seinen Gesang im Midomi Recording Studio kostenlos aufnehmen lassen und hoffen, von der Fangemeinde in die Midomi-Hitliste gevotet zu werden.

Natürlich geht alles noch viel einfacher, wenn eine Zeile des Songtextes und/oder der Interpret bekannt sind und in die Suchmaske eingegeben werden. Doch das ist nur der halbe Suchspaß beim Karaoke-Googeln.

Finanzielles

Finanziert wird der Suchdienst - einer der ersten Web 2.0 Anwendungen, die voll auf Audio setzt - über Werbung und den Verkauf von Originalsongs. (kat/DER STANDARD, Printausgabe 17.11.2007)