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Sah Gutes und Schlechtes: Josef Hickersberger

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Lindabrunn - Josef Hickersberger hat nach der 0:1-Niederlage im Testspiel am Freitag gegen England eine zwiespältige Bilanz gezogen. Der 59-Jährige war mit der Anfangsphase und der Leistung in der zweiten Hälfte halbwegs zufrieden, über die Darbietung der ersten 45 Minuten und die vielen unnötigen Ballverluste aber enttäuscht.

"Da haben die Spieler nicht aus der Abwehr herausgespielt, weil sie Angst vor Fehlern hatten, und die Bälle nur noch nach vorne gespielt. Da hätte ich der Mannschaft mehr zugetraut", meinte Hickersberger am Samstag. Beim Corner, der zum Gegentor durch Crouch führte, war kein bestimmter Spieler für die Bewachung des Engländers abgestellt, auch an der zweiten Stange war niemand postiert - der Teamchef erklärte, warum: "Wir haben uns für Raumdeckung entschieden, weil wir gewusst haben, dass England über mehrere sehr gute Kopfball-Spieler verfügt."

Positiv wertete Hickersberger die Art und Weise, wie sich seine Truppe nach dem 0:1 verhalten hat. "Die Mannschaft hat den Rückstand gut weggesteckt und in der zweiten Hälfte begonnen, Fußball zu spielen. Wir haben nach der Pause phasenweise besser kombiniert als beim 3:2 gegen die Elfenbeinküste, nur hatten wir da mehr Chancen und waren effektiver, das hat gegen England gefehlt." Außerdem hätte seiner Mannschaft nach bei einem Zweikampf zwischen Andreas Ivanschitz und Wes Brown ein Strafstoß zugesprochen werden müssen. "Das war ein klarer Elfer, das haben sogar die Engländer gesagt."

Auch Kapitän Andreas Ivanschitz hätte sich von der Mannschaft mehr Risiko-Bereitschaft gewünscht. "Wir hätten uns mehr zutrauen, höher verteidigen und schon ob der Mittellinie zu pressen beginnen sollen. Wenn man solche Gegner schlagen will, muss man sich einfach mehr zutrauen", lautete das Resümee des 24-Jährigen.

Für den Teamchef lagen die Mängel im Spiel nach vorne auch in der schlechten Tagesform einiger Anbefohlener begründet, in diesem Zusammenhang nannte er Markus Weissenberger, Joachim Standfest, György Garics oder Yüksel Sariyar. Zudem sei bei Sanel Kuljic klar ersichtlich, dass der Austria-Goalgetter im Moment überspielt sei. Roman Kienast und auch Martin Harnik hätten Schwung ins Spiel gebracht, doch habe der Bremer nach seinen Ballverlusten "nicht so nachgesetzt, wie es sich für einen Stürmer gehört", fand der Teamchef.

Unmutsbekundungen aus dem Publikum gegen seine Person wollte Hickersberger nicht kommentieren. Das Publikum hat das Recht, über mich zu urteilen, aber ich habe nicht das Recht, über das Publikum zu urteilen." Dennoch gab der Teamchef zu bedenken: "Das Publikum erwartet, weil wir die EM bekommen haben, dass auch der österreichische Fußball EM-Niveau hat, unabhängig davon, wie viele Klassespieler im Moment vorhanden sind."

Über das Verhalten des Publikums nach dem Seitenwechsel wunderte sich auch Ivanschitz. "In der zweiten Hälfte haben wir das Spiel phasenweise kontrolliert und den Ball gut laufen lassen. Komischerweise hat man den Ball und wird ausgepfiffen." (APA/red)