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König Abdullah II. (links) von Jordanien auf Überraschungsbesuch bei Bashar al-Assad in Syrien.

Foto: APA/EPA/Youssef Badawi
Damaskus - Der syrische Staatschef Bashar al-Assad und König Abdullah II. von Jordanien haben die verfeindeten politischen Lager im Libanon zu einem "Kompromiss" vor der Wahl eines neuen Staatspräsidenten aufgerufen, die am Mittwoch stattfinden soll. Wie die syrische Nachrichtenagentur SANA am Sonntagabend zum Abschluss eines mehrstündigen Besuchs des jordanischen Königs in Damaskus meldete, drückten die beiden Staatsoberhäupter ihre gemeinsame Hoffnung aus, dass ein Kompromiss in der Präsidentschaftsfrage erreicht werde, der dem Libanon Stabilität bringe und ihm erlaube, "seine nationalen Interessen zu schützen".

Keine Einmischung

In der gemeinsamen Erklärung drücken die beiden Staatschefs ihre "Achtung vor der Souveränität des Libanon" aus und verurteilen jegliche äußere Einmischung in innerlibanesische Angelegenheiten. Syrische Geheimdienste werden verdächtigt, hinter einer Serie von Politikermorden im Libanon, insbesondere jenem an dem ehemaligen Ministerpräsidenten Rafik Hariri, zu stecken.

Die Ermordung Hariris hatte 2005 im Libanon die "Zedernrevolution" genannten wochenlangen Massenkundgebungen ausgelöst, die gleichzeitig mit internationalem Druck den Abzug des syrischen Militärs aus dem Libanon nach 29-jähriger Präsenz zur Folge hatten.

Das libanesische Parlament soll am Mittwoch zum dritten Mal zur Wahl des Nachfolgers von Staatspräsident Emile Lahoud zusammentreten, dessen Amtszeit am 24. November endet. Am 25. September und am 23. Oktober war die Wahl nicht zustande gekommen, weil das erforderliche Zwei-Drittel-Quorum der 128 Abgeordneten wegen des Boykotts durch die von Syrien unterstützte Opposition nicht erreicht wurde. (APA)