Wien - Der heimische Impfstoff-Hersteller Intercell erwartet für das Gesamtjahr 2007 einen Gewinn, bisher werden aber weiter rote Zahlen geschrieben: Im dritten Quartal wurde der Verlust auf 6,5 (9,5) Mio. Euro im Vergleich zum Vorjahresquartal um 31 Prozent verringert. In den ersten drei Quartalen 2007 hat der Impfstoff-Hersteller seinen Netto-Verlust im Vorjahresvergleich leicht vergrößert, und zwar auf 22,1 (21,8) Mio. Euro.

Der Umsatz betrug im dritten Quartal 7,4 (0,7) Mio. Euro. In den ersten drei Quartalen lagen die Umsatzerlöse bei 12,6 (6,5) Mio. Euro, teilte das Unternehmen am Montag in einem Konzernzwischenbericht zum 30. September 2007 mit.

Die Erste Bank hatte für Intercell 12,1 Mio. Euro Umsatzerlöse für die ersten drei Quartale erwartet, das Unternehmen hat diese Umsatzprognose nun leicht übertroffen. Der Betriebsverlust wurde mit 23,0 Mio. Euro erwartet, der Nettoverlust mit 22,1 Mio. Euro prognostiziert. Beide Prognosen sind eingetroffen. Für das Gesamtjahr geht die Analystin der Erste Bank - so wie das Unternehmen - von schwarzen Zahlen aus.

Starke finanzielle Position

Intercell weist nach eigenen Angaben eine starke finanzielle Position mit 218,6 Mio. Euro liquiden Mitteln zum Quartalsende (30. September 2007) aus. Unter Berücksichtigung bereits vereinbarter Zahlungen wird die Höhe der Barmittel zum Jahresende 2007 voraussichtlich ca. 300 Mio. Euro betragen. Für das Gesamtjahr 2007 wird auf Basis bereits bestätigter Lizenz-Einnahmen ein positives Geschäftsergebnis erwartet. Für 2008 rechnet Intercell mit "signifikanten Gewinnzuwächsen".

Im Juli 2007 schloss Intercell eine strategische Partnerschaft mit dem Basler Konzern Novartis Pharma AG zur Beschleunigung von Impfstoffinnovationen ab. Als Gegenleistung erhält die Gesellschaft im Voraus zu leistende Lizenz- und Optionszahlungen in Höhe von 120 Mio. Euro, weitere wesentliche Zahlungen bei Erreichung von Entwicklungsmeilensteinen sowie prozentuale Beteiligungen an zukünftigen Produktverkaufserlösen oder am Gewinn. Zusätzlich hat Novartis 4,8 Mio. neue Aktien von der Gesellschaft zu einem Stückpreis von 31,25 Euro erworben. Damit hält Novartis 15,9 Prozent der Stimmrechte der Gesellschaft.

Der amtierende Vorstand des Unternehmens - Gerd Zettlmeissl, Chief Executive Officer, Werner Lanthaler, Chief Financial Officer, und Alexander von Gabain, Chief Scientific Officer - wurde für weitere drei Jahre bestätigt. Thomas Lingelbach wurde als neues Mitglied des Vorstands zum Chief Operating Officer bestellt. (APA)