Graz - Im Fall des Mitte August im obersteirischen Pruggern explodierten Kessels eines Ferienhauses wird es Anklagen gegen den Ehemann der Hauseigentümerin und den Installateur der Heizanlage geben. Wie der Sprecher der Staatsanwaltschaft Leoben, Reinhard Kloibhofer, am Dienstag der APA erklärte, werden den beiden in zwei Fällen fahrlässige Tötung unter besonders gefährlichen Umständen sowie in sechs Fällen fahrlässige Körperverletzung unter besonders gefährlichen Verhältnissen zur Last gelegt.

Dem Hafner werde primär angelastet, dass er unbefugter Weise eine Heizanlage eingebaut habe, die nicht den technischen Normen entsprochen habe, erklärte Kloibhofer. "Er soll es unterlassen haben, einen Sicherheitstemperaturbegrenzer einzubauen und dürfte ein Sicherheitsventil falsch montiert haben." Dem Ehemann der Hausbesitzerin - die Tochter des Ehepaares war beim Unglück selbst verletzt worden - werde angelastet, dass er den Hafner mit der Installation der Heizanlage beauftragt und ihn dabei unterstützt habe, sagte der Sprecher. "Und er hat die Anlage nicht der Baubehörde gemeldet, was zur Folge hatte, dass es der Behörde nicht möglich war, diese zu überprüfen." Eigentümerin sei zwar die Ehefrau, der Mann soll aber die Verantwortung für die Installation der Heizanlage gehabt haben.

Wann und wo eine Verhandlung stattfinden wird, steht noch nicht fest. Bei der Explosion am 10. August 2007 waren zwei Studenten getötet und sechs weitere junge Männer und Frauen zum Teil schwerst verletzt worden. (APA)