Die Siegerbiere des European Beer Star 2007

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Wer braut wohl das beste English Style India Pale Ale? Nein, keine englische Brauerei. Sondern - nach den Ergebnissen des international ausgeschriebenen Wettbewerbs European Beer Star – eine amerikanische, nämlich Harpoon in Boston mit dem „Harpoon IPA“. An zweiter Stelle steht das „Titan IPA“ (von Great Divide in Denver) und an dritter das „Bridgeport IPA“ aus Portland, Oregon, eingereicht vom Mutterkonzern Gambrinus in Texas. Bei den English Style Best Bitters sieht es nicht viel besser aus für die Engländer: Deschutes aus Oregon hat mit seinem ESB die englischen Brauereien Harviestoun und Shepherd Neame auf die Plätze verwiesen. Deschutes braut auch das beste Dry Stout (das „Obsidian Stout“) und das beste Imperial Stout („Abyss“).

Und selbst bei kontinentaleuropäischen Bieren mischen die Amerikaner fleißig mit: Das zweitbeste Bohemian Style Pilsner ist das „Prima Pilsner“ von der Victory Brewing Company in Downintown, Pennsylvania. Den ersten Platz in dieser Kategorie holte sich eine tschechische Brauerei (Eggenberg in Cesky Krumlov – nicht zu verwechseln mit der österreichischen Brauerei Schloss Eggenberg in Vorchdorf) mit dem „Petr Vok“.

Nun kann man sich fragen, wieso überseeische Brauereien überhaupt zu einem europäischen Wettbewerb zugelassen werden. Wenn sie aber mitspielen, können sie durchaus Top-Plätze auf den ersten Rängen erreichen – wenn auch nicht in den „klassisch deutschen“ Bereichen German Style Pilsner und Hefeweizen. Aber schon beim Bavarian-Style Märzen siegte kein Bayer, kein Österreicher, sondern wieder ein Amerikaner, nämlich abermals Harpoon mit dem „Oktoberfest“.

Das sollte europäischen Brauern zu denken geben – und Ansporn sein.

In einem kleinen Bereich hat dieser Ansporn übrigens auch beim diesjährigen Wettbewerb funktioniert: In der Kategorie Porter holte das traditionsreiche „Hoepfner Porter“ (aus der gleichnamigen Privatbrauerei, die allerdings über die Brau Holding International in den Heineken Konzern eingegliedert ist) den dritten Platz.

Und wie schnitten die Österreicher ab? In der Leichtbier-Kategorie gab es einen dritten Platz für das „Kristall Leicht“ aus der Stiftsbrauerei Schlägl, bei den Specialty Honey Beers holte sich Peter Krammer von der Brauerei Hofstetten einen zweiten Platz für das „Hochland Bio Honigbier“ und in der Kategorie European Style Export gab es einen silbernen Stern für das „Raschhofer Märzen“. (Bierpapst Conrad Seidl)