Neil Boorman, Goodbye Logo. Wie ich lernte, ohne Marke zu leben. Econ, Berlin 2007. 17,40 Euro.

Foto: Econ
Der Brite Neil Boorman, ehemaliger Lifestyle-Journalist und heute Schreiber für den Guardian, bekennt in diesem Buch seine Sucht zu Markenartikeln. Ein Leben ohne Logo schien für Boorman seit seiner frühesten Kindheit nicht nur unmöglich, sondern auch sinnlos. Unterhosen von Calvin Klein, Shirts von Ralf Lauren, Levis-Jeans, Bodum-Geschirr, Swatch-Uhren, Burlington-Socken, Turnschuhe von Adidas, Wasser von Evian - Boorman führt ein von Brands bestimmtes Leben.

Seine Umwelt beurteilt er nach den Logos auf ihren Kleidern, sein Selbstbewusstsein baut allein auf ein teures Outfit. Wichtig ist dabei für den Autor, wofür eine Marke steht und das Prestige, das mit ihrem Erwerb einhergeht. Nicht ohne Selbstironie erzählt der Logofreak in Tagebuchform, wie Werbung unser Denken beeinflusst, wie Marken entstanden sind und was sie uns suggerieren.

Eines Tages beschließt der Journalist, sich von seiner Markensucht zu befreien und einen "Scheiterhaufen" zu errichten, in dem er alle seine Markenartikel (im Wert von 21.115 Pfund) verbrennt. Als seine Absicht publik wird (und daran arbeitet er selbst eifrig mit), sieht er sich heftigen Anfeindungen ausgesetzt. Boorman zieht die Sache trotzdem durch und versucht fortan ein logofreies Leben.

Obgleich der Autor sich selbst sehr wichtig nimmt, ist das Buch streckenweise amüsant und ein Lehrstück für alles, was man über Brands wissen kann. (baf, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 20.11.2007)