Beispiel Auslagerung: 2002 wurde der letzte Semperit-Reifen in Traiskirchen hergestellt.

Foto: Corn
Der Preis von Gütern ist nach allen Regeln der Marktwirtschaft von Angebot und Nachfrage abhängig. Das zeigt sich vor allem bei landwirtschaftlichen Produkten. So kosten beispielsweise Äpfel und Trauben im Herbst weniger als sonst.

Wenn es jedoch nicht um Äpfel und Birnen, sondern um die industrielle Herstellung von Waren geht, dann gestalten noch andere Faktoren die Preise mit, wie etwa die Produktions- und Lohnkosten. Große (österreichische) Firmen lagern die Erzeugung in Staaten aus, in denen diese niedriger als im Inland sind. Denn dort, in Osteuropa oder Asien, sind die Löhne nicht so hoch und die Arbeitszeiten - euphemistisch gesagt - flexibler. Die Auslagerung der Produktion ins billigere Ausland zahlt sich nur dann aus, wenn hohe Stückzahlen produziert werden, damit sich auch die Transportkosten - die Waren kommen wieder nach Österreich zurück - rentieren.

Die bekanntesten Branchen für Absiedlungen sind die Textil- und die Automobilindustrie. Geringe Produktionskosten tragen auch dazu bei, dass die Produkte billiger werden. Die Kehrseite der Billigproduktion ist, dass Arbeitsplätze in Österreich verlorengehen, so geschehen bei der Schließung des Reifenherstellers Semperit im niederösterreichischen Traiskirchen. Durch die Investitionen werden die Billiglohnländer rasch aufholen und europäischen Betrieben Konkurrenz machen. Die Antwort darauf ist, dass heimische Betriebe mehr in Forschung und Entwicklung investieren. (red/DER STANDARD – Printausgabe, 20.11.2007)