Washington - Das US-Militär hat im Irak eine Klage gegen einen Fotografen der Nachrichtenagentur AP eingereicht, der nach Einschätzung des Pentagon der Terrorbeihilfe schuldig sein soll. Wie der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, Geoff Morrell, am Montag mitteilte, wird der AP-Fotograf Bilal Hussein als ein in die Medien eingeschleuster Terror-Helfer angesehen. Hussein wird seit 19 Monaten ohne Klageerhebung von den US-Streitkräften festgehalten. Die Klage wurde beim irakischen zentralen Strafgericht eingereicht. AP forderte die "sofortige Freilassung" des Fotografen.

Den US-Behörden lägen "überzeugende" Beweise dafür vor, dass Hussein eine "Gefahr für die Sicherheit" und "eine Verbindung zu Aufstands-Aktivitäten" darstelle. Das irakische Gericht werde am 28. November eine erste Anhörung in dem Fall abhalten, sagte Morrell. Hussein wurde am 12. April 2006 in Ramadi festgenommen. US-Soldaten waren damals in sein Haus eingedrungen, um dort einen Beobachtungsposten einzurichten. Sie fanden in dem Haus Materialien zur Bombenherstellung, Propaganda von Aufständischen und ein Foto einer US-Militäranlage.

Pulitzerpreis

Hussein war vor zwei Jahren mit einem AP-Team mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet worden. Aus Sicht der US-Militärs hatte er sich bereits vor der Festnahme verdächtig gemacht, weil er wiederholt zur Stelle war, wenn Anschläge verübt wurden. Nach dem irakischen Rechtssystem muss vor Gericht zunächst geprüft werden, ob die vorliegenden Beweise für eine Anklageerhebung ausreichen. In diesem Fall würde ein Prozess vor drei Richtern angesetzt. Vorerst bleibe Hussein in US-Militärhaft, erklärte Morrell.

AP-Chef Tom Curley erklärte, die Agentur sei "tief besorgt", dass Husseins Rechte "weiter missachtet" werden. Die Behandlung des Fotografen sei eine "Verkehrung" jener Vorstellungen von Rechtsstaatlichkeit, denen die US-Regierung nach eigenen Angaben im Irak zum Durchbruch verhelfen wolle. "Wir glauben, dass der richtige Weg die sofortige Freilassung Bilals wäre", schloss Curley. (APA)