Wien - Die Wiener VTB Bank Austria (früher: Donau-Bank; gehört der zweitgrößten Bank Russlands, VTB) wird Drehscheibe der Gruppe für Europa, alle europäischen Kommerzbank-Aktivitäten werden in Wien konzentriert.

Zu diesem Zweck übernehmen die Wiener unter der Führung von Richard Vornberg die zwei VTB-Banken Deutschland und Frankreich; die Tochter in London wird das Investmentbanking-Geschäft aufbauen. Die VTB Austria (Bilanzsumme: 1,5 Mrd. Euro, Jahresüberschuss: 55 Mio.; 65 Mitarbeiter) vergibt Finanzierungen für staatsnahe Unternehmen sowie private Groß- und Mittelbetriebe in Russland und den GUS-Staaten, 2006 rund zwei Mrd. Euro.

"Französische und deutsche VTB machen ähnliche Geschäfte wie wir, die VTB Wien wird künftig das gesamte Geschäft mit russischen Kunden koordinieren, sowie für die Refinanzierung zuständig sein", erklärt Vornberg die neue Strategie.

Abseits Europas und Russlands sind die russischen Banker an Expansion in Vietnam, Indien und China interessiert; in Shanghai wird noch heuer eröffnet. Ihre beiden kleinen Banken in der Schweiz und Luxemburg werden bzw. haben die Moskauer verkauft.

Für den konzerninternen Kauf wird die VTB Austria um die 340 Mio. Euro auf den Tisch legen; finanziert wird die Übernahme, die noch durch die Finanzmarktaufsicht FMA abgesegnet werden muss, über eine Kapitalerhöhung und nachrangige Anleihe. Ist der Deal dann unter Dach und Fach, wird die neue europäische VTB-Gruppe rund 270 Mitarbeiter haben, fünf Milliarden Bilanzsumme und Eigenkapital in der Höhe von 1,4 Mrd. Euro. (Renate Graber, DER STANDARD Printausgabe 21.11.2007)