San Francisco - Ein Polygamistenführer im US-Staat Utah wurde wegen Beihilfe zur Vergewaltigung zu einer langjährigen Gefängnisstrafe verurteilt. Eine Jury hat Jeff Warren (51) für schuldig befunden, ein 14-jähriges Mädchen verheiratet und zum Vollzug der Ehe gezwungen zu haben. Warren könnte allerdings nach zehn Jahren auf Bewährung wieder entlassen werden.

Jeffs war der Anführer einer fundamentalistischen Mormonensekte, deren rund 10.000 Anhänger an der Grenze zwischen Utah und Arizona in polygamen Haushalten leben. Abtrünnige Mitglieder berichteten von erzwungenen Ehen mit Minderjährigen, Kindesmissbrauch, Erpressung und Nötigung.

Die heute 21-jährige Frau sagte im Prozess gegen den Sekten-Chef selbst aus. Jeffs habe sie gegen ihren Willen mit einem 19 Jahre alten Cousin verheiratet, sie zum Beischlaf gedrängt und angedroht, dass sie im Falle einer Verweigerung keine "ewige Erlösung" erhalte. Jeffs Anwälte warfen der Staatsanwaltschaft vor, ihren Mandanten seiner religiösen Überzeugung wegen an den Pranger zu stellen.

Die offizielle Mormonenkirche "Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage" hatte sich 1890 von der Polygamie losgesagt. Als Voraussetzung für die Anerkennung des von Mormonen gegründeten Staates Utah als neuer US-Bundesstaat.

(APA/dpa)