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Foto: APA/EPA/TANNEN MAURY
Im Internet gelten eigene Regeln - sei es was die Privatssphäre betrifft, aber auch in Punkto Umgangston und Höflichkeit. Kaum schreibt man einen Artikel über Linux, Microsoft oder Apple so lassen die Posting, deren Inhalt mehr als entbehrlich wäre, nicht auf sich warten. Es geht allerdings nicht immer nur um Konzerne oder spezielle Produkte - "Flaming", "Bashing" und wüste Beschimpfungen kommen überall vor und scheinen zum Online-Alltag zu gehören.

Die Frage des Warum

In seinem Blog schreibt der New Scientist-Forenbetreuer Michael Marshall über seine Erfahrungen zum Thema "Bashing" und "Flaming". Bashing meint "öffentliche Beschimpfung", "Flaming" ist ein ruppiger oder polemischer Kommentar beziehungsweise auch eine Beleidigung.

Ins Gesicht würde man es nicht sagen

Michael Marshall ist als ein Moderator bei New Scientist tätig und sieht unter den zahlreichen sinnvollen Posting auch eine Reihe von provokativen, rüden und beleidigenden Angriffen - "Es sieht so aus, als würden Menschen online Dinge sagen, die sie Face-to-Face niemals sagen würden."

Man wird nicht ernstgenommen

Seine Theorie dahinter lautet, dass viele Poster ohnehin der Meinung sind nicht ertnstgenommen zu werden und so die sozialen Regeln zur Stärkung der eigenen Person verbiegen und neu definieren oder schlicht und einfach ignorieren.

(K)eine Identität

Je weiter man sich im virtuellen Raum von der eigenen Identität entfernt, desto eher ist man bereit die Regeln zu brechen, so die Psychologen. Auch bei der Konversation via E-Mail sei die Distanz zum Gegenüber aber auch zum eigenen Selbst geringer als von Angesicht-zu-Angesicht. Der schriftliche Verkehr fordere zudem auch immer wieder Missverständnisse bezeihungsweise erlaube eine weitere Interpretation, die dann ihrerseits wieder zu Missverständnissen führt.

Der Körper ist weit weg

Ein weiterer offensichtlicher Faktor bei der Online-Beleidigung ist die Tatsache, dass man sein Gegenüber nicht sieht und daher auch eine physische Reaktion erlebt. Ähnlich verhalte es sich auch beim Autoverkehr. Auch hier fühlt man sich in seinem Wagen sicher, alleine und bis zu einem gewissen Grad unantastbar.(red)