Ankara - Präsident Abdullah Gül hat im Konflikt mit kurdischen Rebellen im Grenzgebiet zum Irak zurückhaltende Töne angeschlagen. In dem Gebiet gewinne langsam die Vernunft Oberhand, betonte Gül während eines Besuchs in Georgien. Die Frage einer militärischen Intervention der Türkei im Irak müsse "den politischen und militärischen Fachleuten überlassen werden". Die türkische Regierung hat bis zu 100.000 Soldaten an der Grenze zum Irak zusammengezogen. Sie sollen womöglich gegen kurdische Separatisten der verbotenen PKK eingesetzt werden, die sich immer wieder in den Norden des Irak zurückziehen. Experten zufolge hat sich die Wahrscheinlichkeit einer türkischen Intervention etwas verringert. Dies liege zum einen an einem verbesserten Austausch von Geheimdienstinformationen zwischen den USA und der Türkei sowie an Maßnahmen im Nordirak selbst. Die autonome Kurdenregierung dort hat vermehrt Kontrollstellen errichtet, um den Nachschub an Lebensmitteln und Treibstoff für die PKK-Rebellen zu unterbinden. Die USA und die Regierung in Bagdad befürchten, dass eine große türkische Militärintervention die Lage in der Region weiter destabilisieren würde. (APA/Reuters)