St. Pölten - Das österreichische Frauen-Nationalteam hat rechtzeitig vor der Handball-WM vom 2. bis 16. Dezember in Frankreich Verstärkung erhalten. Die für Champions-League-Viertelfinalist Hypo Niederösterreich spielende gebürtige Bosnierin Gorica Acimovic, deren ebenfalls eingebürgerter Freund Wytas Zirua für die aon Fivers spielt, erhielt am Mittwoch im St. Pöltner Landhaus die österreichische Staatsbürgerschaft und ist ab sofort für die ÖHB-Auswahl spielberechtigt.

Die 22-jährige Allround-Aufbauspielerin wird ihr Teamdebüt bereits am kommenden Wochenende im Turnier um den "Turtschin-Cup" in Kiew, wo die Gastgeberinnen (Freitag, Beginn 17.15 Uhr MEZ), Japan (Samstag, 14.00 Uhr MEZ) und Argentinien (Sonntag, 11.00 Uhr MEZ) die Gegner sein werden. Da Acimovic ihren neuen Reisepass erst nächste Woche erhält und für die Ukraine kein "Notpass" gilt, muss die Doppelstaatsbürgerin mit einem Visum in ihrem bosnischen Dokument reisen.

Der Start zur WM-Vorbereitung fiel schon am Montag im BSFZ Südstadt. In diesen Tagen stehen pro Tag zwei Trainingseinheiten auf dem Programm. Wie schon im vorigen Jahr vor der EM wird mit dem Kiewer Traditionsturnier der Ernstfall geprobt. Vor allem das Duell mit den Argentiniern ist als Maßstab wichtig, weil die Truppe von Teamchef Herbert Müller im WM-Auftaktspiel auf die Dominikanische Republik trifft. Diese hat in der Panamerika-Qualifikation gegen Argentinien 24:28 verloren.

Im zweiten WM-Spiel treffen Acimovic und Co auf Angola, eine Schlüsselpartie im Gruppen-Kampf um den Aufstieg. Um aktuelle Infos über die Afrikanerinnen einzuholen, schickt der ÖHB kurz vor der WM einen Video-Scout nach Norwegen, um die Angolanerinnen während eines Turniers gegen die Gastgeberinnen, Dänemark und Russland beobachten zu lassen.

Österreichs WM-Ziel ist der Aufstieg in die Haupt-Gruppe, mit dem das ÖHB-Team weiterhin die Chance auf eine Olympia-Fahrkarte für 2008 wahren würde. Für eine Teilnahme am olympischen Qualifikationsturnier im März wird aller Voraussicht nach der 10. WM-Endrang notwendig sein. Für Peking sind bisher nur der Veranstalter China und der Europameister Norwegen fix qualifiziert, dazu kommt der neue Weltmeister und die ersten Zwei von drei Vierer-Gruppen, die im März 2008 als Qualifikation ausgetragen werden. (APA)