München - Die bayrischen Grünen zeigen sich offen für Landrätin Gabriele Pauli, die ihren Austritt aus der CSU angekündigt hat. "Wenn sie bei einer Partei eintreten will, die keine Probleme mit modernen Frauen hat und über eine offene Diskussionskultur verfügt, ist sie bei uns herzlich willkommen", sagte Parteisprecher Alexander Burger am Mittwoch gegenüber der Nachrichtenagentur AP.

Die Partei werde aber nicht aktiv um sie werben. "Wir werden ihr jetzt kein Aufnahmeformular zuschicken, tun das aber gerne, falls sie Interesse signalisiert." Der Schritt Paulis komme nicht überraschend, weil sich in ihr einiges an Frust aufgebaut habe. Allerdings habe die Landrätin mit ungeschicktem Taktieren zuletzt selbst zu dieser Entwicklung beigetragen.

SPD in Bayern will Pauli nicht haben

Bayerns SPD zeigt Pauli hingegen die kalte Schulter. "Wir können uns nicht vorstellen, dass Frau Pauli in der SPD eine politische Heimat findet", sagte die stellvertretende Landesvorsitzende Adelheid Rupp.

Schließlich habe Pauli keine Probleme gehabt, sich über viele Jahre hinweg mit den politischen Inhalten der CSU zu identifizieren. "Erstaunlich ist nur, dass es so lange gedauert hat, bis sie die wohl gebotenen Konsequenzen aus der Spitzelaffäre gezogen hat", sagte die SPD-Landtagsabgeordnete. (APA)