"Smart Move", 248 Seiten, Verlag Kulturtransfer, Deutsch/Englisch. ISBN 978-3-9501428-0-5. Euro 49,5; www.smart-move.at

Foto: Smart Move
Wo normalerweise Tauben gurren, surren auf dem Dachboden des Designers und Architekten Michael Embacher die gut geschmierten Ketten von gut 200 Fahrrädern, die von Versicherungen mittlerweile als Kunstsammlung akzeptiert werden.

Auch wenn diese zum Teil bereits in zwei Ausstellungen zu sehen war, Embachers Dachboden schaffte es bislang nicht zum Museum. Weil Embacher seine Schätze aber nicht nur unterm Dach verstecken will und Bernhard Angerer als Meister der Produktfotografie gilt, hat zweiterer 50 Stück aus dieser Kollektion geradezu ikonenhaft inszenieren dürfen. Zu bewundern ist das nun zwischen den Deckeln des Buches "Smart Move - Fahrräder der Sammlung Embacher".

Wie Schmuckstücke

Abgelichtet wurden Rennräder, die wie Schmuckstücke blitzen, Klappräder mit ausgeklügelten Mechanismen, sogenannte Reiseräder oder Bahnräder, also reine Speedmaschinen ohne Bremsen. Doch nicht nur zum Schauen und Staunen bietet das Buch einiges, auch diverse Texte widmen sich einem Objekt, welches an dieser Stelle bitte nicht Drahtesel genannt werden soll.

Verfasst wurden die Beiträge unter anderem von Peter Noever, Kurt Palm und Konrad Paul Liessmann. Letzterer meint: "... Erst wenn das Fahrrad weder Transporthilfe noch Verkehrsmittel ist, erst wenn es ganz zu sich gekommen ist und bei sich sein kann, tritt es in einer Reinheit in Erscheinung, die auch nicht durch den Schweiß desjenigen getrübt werden kann, der sich seinen zweckfreien Imperativen überlässt. Und diese lauten: Gleiten, Klettern und: mit höchster Geschwindigkeit Hinabtauchen in die Tiefe des Seins ..."

Auch wenn diese Erfahrungen im Falle der abgebildeten Stücke ihrem Besitzer Michael Embacher vorbehalten sind, ist dieses Buch doch ein Muss für alle leidenschaftlichen Pedalritter und Leute, die Kult und Leidenschaft um diese ganz besonderen Objekte nachvollziehen können. (maik/Der Standard/rondo/23/11/2007)