Der US-Anbieter Linden Lab hat ein neues Suchwerkzeug für seine virtuelle Online-Welt Second Life an den Start gebracht. Bewohner der 3D-Umgebung konnten zwar schon länger nach Begriffen suchen, um so etwa eine allgemeine Veranstaltung oder den Aufenthaltsort einer bestimmten Gruppe ausfindig zu machen. Den Standort einzelner Objekte zu finden, gestaltete sich aber bislang als schwierige Aufgabe. Das nun vorgestellte Suchtool soll sich diesem Problem annehmen und auch die soziale Funktionalität von Second Life verbessern.

"Die neue Suche erlaubt es den Leuten, nach mehr Dingen zu suchen und erstellte Objekte besser zu beschreiben"

"Die neue Suche erlaubt es den Leuten, nach mehr Dingen zu suchen und erstellte Objekte besser zu beschreiben", erklärt Jeska Dzwigalski, die bei Linden Lab für Community- und Produktentwicklung zuständig ist. Aufbauend auf einer kommerziell erhältlichen Suchplattform von Google soll die neue Technik es ermöglichen, Ergebnisse nach ihrer Relevanz zu sortieren. Bisher war dies nur in Form einer alphabetischen Auflistung oder eine Reihung nach Besucherandrang möglich. Nach Meinung von Dzwigalski erlaubt das neue Tool wesentlich genauere Suchergebnisse. Neben der Suche nach Objekten können Bewohner nun aber auch Informationen in den Profilen anderer Nutzer recherchieren. Insofern sei die neue Suchmöglichkeit auch eine Verbesserung der sozialen Funktion von Second Life, so Dzwigalski.

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Der Algorithmus des Suchtools sortiert dabei gefundene Objekte je nachdem wie genau die Daten, die sie umschreiben, den eingegebenen Suchbegriffen entsprechen. Aber auch wie nah mehrere Wörter beieinander stehen und wie populär die Objekte zu sein scheinen, wird bei der Auflistung der Suchergebnisse berücksichtigt. Wie bei der bestehenden Suche lassen sich nicht-jugendfreie Ergebnisse ausblenden. Abonnenten können laut Dzwigalski außerdem entscheiden, welche Elemente ihres eigenen Avatars in den Index aufgenommen werden sollen. Dadurch soll sich die Privatsphäre der User besser schützen lassen.

"Die neue Suchfunktion ist interessant und liefert auch gute Ergebnisse"

"Die neue Suchfunktion ist interessant und liefert auch gute Ergebnisse", meint Silvio Remus vom deutschen Second-Life-Portal Slinside im Gespräch mit pressetext. Großes Manko sei aber immer noch die "Beliebte Orte"-Suchfunktion. " Hier werden immer noch Locations angezeigt, deren Traffic künstlich durch Bezahlung forciert wird. Das zeigt nicht den wahren Mehrwert oder die Qualität des Angebots bzw. der Location", fasst Remus die aktuelle Problematik zusammen. Linden Lab müsse einfach Qualitätsrichtlinien festlegen. "Man kann als User immer noch ein Schuhgeschäft mit populären Trendbegriffen in die Suche stellen, ohne überhaupt Angebote zu diesen Begriffen anzubieten", schildert der Second-Life-Experte.

Keine Lösung

Die Problematik der Suche in virtuellen Welten kann aber auch mit dem aktuell vorgestellten Tool nicht gänzlich gelöst werden. Es gibt keine Suchtechnologie für virtuelle Welten, die Objekte ohne entsprechende Hinweise erkennen könnte. Hierfür werden sogenannte "Tags" benötigt, die Beschreibungen von Objekten und Orten beinhalten. Nach der kürzlich stattgefundenen grafischen Überarbeitung der Second-Life-Welt stellt das neue Suchwerkzeug aber einen weiteren wichtigen Schritt dar, das Gesamterlebnis der Onlinewelt zu verbessern. (pte)