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Das Risiko ist für ihn überschaubar, die Lage im Einsatzgebiet schätzt Darabos seit Wochen als stabil ein.

Foto: REUTERS/LEONHARD FOEGER
Am Montag macht sich ein österreichisches Vorauskommando von sieben Leuten auf den Weg in den Tschad. Bis Ende des Jahres sollen dort 160 Soldaten als Teil einer EU-Truppe stationiert werden. Aufgabe: Schutz der Flüchtlinge, humanitäre Hilfestellung.

Darabos: Sehe "keine Divergenz"

Verteidigungsminister Norbert Darabos war von der ersten Stunde an ein Verfechter dieses Auslandseinsatzes. Auch das Risiko ist für ihn überschaubar, die Lage im Einsatzgebiet schätzt der Verteidigungsminister seit Wochen als stabil ein. Ein internes und gestern publik gewordenes Generalstabspapier, das der Leiter des Führungsstabes Segur Cabanac zu verantworten hat, kommt nun zu einem doch etwas anderen Schluss. Von einer instabilen Lage und einer hohen Bedrohung der eigenen Soldaten wird da geschrieben.

Auf die Frage, wie es zu diesen unterschiedlichen Beurteilungen käme, sagt Darabos im Ö1-Mittagsjournal, dass er aufgrund seiner Reise in den Tschad, der Expertisen des Heeresnachrichtenamtes (HNA), des Berichtes des irischen Kommandanten im Tschad und der Lagebeurteilung der EU "keine Divergenz" sehe. "Es ist natürlich ein Einsatz, der ein gewisses Risiko birgt, aber kein Einsatz, der in der Gefahrenstufe beispielsweise mit dem Einsatz in Afghanistan vergleichbar ist", so der Verteidigungsminister.

Generalstabspapier von 9. November

Das interne Generalstabspapier, das nun für Aufregung sorgt, sei schon vom 9. November und entspräche nicht der heutigen Situation im Tschad. "Insofern sehe ich das relativ gelassen und würde auch meinen, dass man diese internen Papiere nicht in dieser Form in der Öffentlichkeit diskutieren sollte", sagt Darabos. Das HNA schätze die Lage derzeit als stabil ein und informiere ihn täglich. Zur Frage der Qualität des Generalstabspapiers erklärt der Verteidigungsminister, dass aus der insgesamt 40-seitigen Lagebeurteilung eine zweizeilige persönliche Einschätzung eines Generals herausgegriffen worden wäre. "Ich glaub, ich bin nicht bekannt als 'Kriegstreiber' oder einer, der martialische Einsätze befürwortet", sagt Darabos. Er würde die Situation, gestützt auf tagesaktuelle Berichte des HNA, täglich neu beurteilen.

Keine Kindersoldaten

Darabos fühlt sich jedenfalls durch die Veröffentlichung des Generalstabspapiers nicht "gelegt". Vielmehr würden derartige interne Berichte dem Verteidigungsminister gar nicht vorgelegt. Er halte den Einsatz und die damit verbundenen Problemstellungen nach wie vor für überschaubar, so Darabos: "Sonst hätte ich diesen Einsatz dem Ministerrat und dem Hauptausschuss des Nationalrats nicht vorgeschlagen." Die Möglichkeit, dass die österreichischen Heereseinheiten auch auf Kindersoldaten treffen können - wie im Papier des Generalstabs angedeutet - schließt Darabos jedenfalls aus. (red)