Christoph Prinz leitet die Geschicke von "Flugwerkzeuge".

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Es gibt kein schöneres Bild eines erfolgreichen Unternehmens im Aufbruch, als wenn ihr Bürohaus eine einzige Baustelle ist. Die Wiener Flug-Softwarefirma "Flugwerkzeuge" in Wien Neubau bekommt noch drei zusätzliche Räume.

Christoph Prinz ist für die Geschäftsentwicklung der Firma zuständig, die vor 20 Jahren von zwei Piloten der Austrian Airlines gegründet wurde. Prinz, Raimund Zopp, Peter Radler, Gregor Resch und Maria Meerjansen leiten heute das Unternehmen. Die Software, die mittlerweile 20 Airlines weltweit einsetzen, ist auf Kostenoptimierung im Flugverkehr programmiert. Erfolgreich wurde sie, als Prinz 2000 dazustieß, denn davor war die Software nur bei der AUA in Einsatz.

Konkurrenten sind die Großen, wie Lufthansa. Prinz: "Aber wir sind die besten." Das Programm, das Flugverspätungen und daraus folgende Kosten berechnet, etwa, ob es sich bei Verspätungen rentiert, schneller zu fliegen, um den Fluggästen den Anschlussflug zu ermöglichen oder ob der Service am Flughafen doch billiger kommt, als der Mehrverbrauch von Kerosin, erspart beispielsweise der Amerikanischen Fluglinie United 80 Millionen Dollar im Jahr.

Das Unternehmen, das 2004 den Mercur, den Innovationspreis der Wirtschaftskammer gewonnen hat, hat derzeit 34 Mitarbeiter, Tendenz steigend. Viele sind aus dem Ausland – Griechenland, Slowakei und Deutschland, um einige zu nennen. Auch wenn es gute Österreicher gibt, "die restriktive Politik, was ausländische Arbeitskräfte betrifft, finde ich bescheuert!", sagt Prinz aufgebracht. "Der Markt boomt. Es ist schwierig, Leute zu kriegen." Doch über Politik zu reden, davon will der Zwei-Meter-Mann gar nicht anfangen, da redet er lieber über Wien: "Wien trägt für manche Kunden zur Kaufentscheidung bei, die sind so was von glücklich, wenn sie hierher eingeladen werden." Bis zum nächsten Besuch wird also umgebaut sein. (Marijana Miljkoviæ/DER STANDARD, Printausgabe, 23.11.2007)