Der US-Investor Guy Wyser-Pratte ist in der Finanzbranche hinlänglich als „Heuschrecke“ bekannt. Der Firmenjäger kauft regelmäßig kleinere Anteile von unterbewerteten Unternehmen. Sein Ziel ist es, sich mit anderen Anteilseignern zu verbünden, um die Geschäftsführung dazu zu bewegen, das Unternehmen profitabler zu machen. Anschließend verkauft er seine Anteile gewinnbringend. Diese Taktik hat der Firmenjäger in den letzen 15 Jahren mehr als 70 Mal angewandt. Sein jüngstes „Opfer“ ist der deutsche Reise- und Schifffahrtskonzern TUI. Anfang Oktober gab der ehemalige US-Marine-Offizier eine Ein-Prozent-Beteiligung am DAX-Titel bekannt. Kurz darauf rasselte er bereits mit dem Säbel und forderte die Aufspaltung des Konzerns. Zudem warf er TUI-Chef Frenzel Missmanagement vor und forderte dessen Rücktritt.

Mitte letzter Woche musste Guy Wyser-Pratte allerdings eine herbe Niederlage einstecken, als der TUI-Aufsichtsrat Frenzels Vertrag vorzeitig verlängerte. Damit kann Frenzel zunächst an seinem Zwei-Säulen-Modell (Schifffahrt und Reisen) festhalten. Die Kritik an dieser Konzernstruktur dürfte aber dennoch nicht abreißen. Zwar hat der Konzern überraschend gute Zahlen für das dritte Quartal vorgelegt – die Umsatzerlöse stiegen um 9,8 Prozent auf 7,4 Mrd. Euro und das bereinigte Ergebnis sogar um 44,9 Prozent auf 830 Mio. Euro, jeweils im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Dennoch sind viele Investoren der Meinung, dass eine Aufspaltung des Konzerns ungehobene Rentabilitätsreserven mobilisieren könnte. Guy Wyser-Pratte könnte sogar versuchen, diese Maßnahme auch jetzt noch mit einer außerordentlichen Hauptversammlung durchzuboxen.

Doch auch bei einer gleich bleibenden Konzern-Struktur sind Sie mit einem Bonus-Zertifikat (ISIN DE 000 BN8 YQC 6) der BNP Paribas auf der recht sicheren Seite. Selbst bei einer Fortsetzung der Seitwärtsbewegung des Titels zahlen die Franzosen 26,00 Euro pro Zertifikat im Dezember 2008 aus, wenn die TUI-Aktie nicht unter 15,00 Euro abrutscht. Beim derzeitigen Briefkurs entspricht das einer Bonus-Rendite von 26,6 Prozent oder 24 Prozent p.a. Dies ist gleichzeitig auch die Maximalrendite, da das Papier bei 26,00 Euro mit einem Cap ausgestattet ist. Der erzielte Gewinn wäre steuerfrei, da das Papier noch vor der Frist für die Abgeltungsteuer fällig wird. Der Puffer von derzeit 26 Prozent sollte ausreichen. Zwar hat die Aktie erst Anfang dieses Jahres die Barriere gestreift. Allerdings hat sich die fundamentale Lage des Unternehmens im Vergleich zum Vorjahr stark verbessert. Mit ei-nem 2008er KGV von rund 15 ist die Aktie zudem keineswegs teuer.

ZJ-Fazit: Das Bonus Cap-Zertifikat der BNP Paribas glänzt mit einer attraktiven Rendite-Chance. Wem der Puffer von 29 Prozent jedoch nicht ausreicht, der kann zur defensiveren Variante der Société Générale greifen (ISIN DE 000 SG0 JF7 3). Deren „Bonus Cap“ bietet bei identischer Laufzeit eine steuerfreie Rendite von 15,7 Prozent oder 14,5 Prozent p.a. Der Abstand zur bei 12,00 Euro platzierten Barriere beträgt hier respektable 40,7 Prozent.