New York - Der Zyklon "Sidr" hat in Bangladesch UN-Angaben zufolge noch schlimmere Verwüstungen hinterlassen als bisher befürchtet. Von den schätzungsweise fünf Millionen betroffenen Menschen seien die Hälfte Kinder, 600.000 von ihnen jünger als fünf Jahre, teilten die Vereinten Nationen in New York am Freitag nach einer Mission des Kinderhilfswerks UNICEF in die am schlimmsten betroffenen Regionen mit. Vor allem Kinder, die ihre Familien verloren hätten, seien Hunger, Kälte und Missbrauch ausgesetzt.

Die Vereinten Nationen stellten zusätzlich zu den bereits bewilligten 9 Millionen Dollar an Nothilfe nochmals 6 Millionen Dollar zur Verfügung, umgerechnet zusammen 10 Millionen Euro. Das World Food Programme versucht seit Tagen mit Hubschraubern, Booten und Lastern, Nahrungsmittel auch in entlegene Gegenden zu bringen. In einer weiteren Aktion sollen jetzt 750 Tonnen Reis an mehr als zwei Millionen Menschen ausgegeben werden.

"Sidr", der schwerste Zyklon in der Region seit Jahren, hatte in der vergangenen Woche ganze Landstriche an der Küste verwüstet. Die örtlichen Medien sprachen von fast 3500 Toten und mehr als 3000 Verletzten. Bangladesch, das zu den ärmsten Ländern der Welt gehört, wird immer wieder von verheerenden Stürmen heimgesucht. (APA)