Gäbe es

den Smart nicht, er müsste jetzt erfunden werden. So viel Startprobleme die junge Marke gehabt haben mag, plötzlich passt das Konzept perfekt in die Zeit. Das Konzept, das ist: Ultrakompakte Abmessungen, Platz für zwei und Lizenz zum Sparmobil.

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Beginnen wir

mit dem letzten Punkt. Smart ist recht stolz darauf, sich mit dem Prädikat "umweltfreudlichstes Auto der Welt" schmücken zu dürfen. 88 Gramm CO2 pro Kilometer, das unterbietet deutlich alle von EU, USA und radikalen Ökofreaks geforderten Bestwerte.

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Knapp über

drei Liter Spritverbrauch auf 100 km sind bei hochsensiblem Gasfusserl möglich, laut Normzyklus sind es 3,3 Liter auf 100 km. Und, damit das klar ist: Die Rede ist vom Smart Fortwo CDI. Dem mit Dieselmotor. Drei Zylinder mit 45 PS sorgen für genügend flotten Vortrieb für zwei Insassen.

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Zumindest

gilt dies für die Stadt, wo ein Smart seine natürliche Wildbahn, sein eigentliches Revier hat. Überland, also auf Autobahn und Landstraße, will der Ökoweltmeister nicht so recht in Schwung kommen, der Spurt von null auf 100 km/h dauert fast 20 Sekunden: geschenkt. Wer sportliche Bestwerte erwartet, hat den Smart CDI nicht oder falsch verstanden.

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Zum

ökologisch korrekten Charakter zählt auch der verantwortungsbewusste Umgang mit der Ressource Parkraum. Nicht von ungefähr ist das Vehikel in europäischen Metropolen wie Mailand, Rom und Paris so beliebt. Dank 2,7 Meter Kürze finden sich auch dort noch Parklücken, wo eigentlich gar keine sind. Ganz ehrlich: wenn das heutzutage kein Komfortmerkmal ist.

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Eines

der Mankos der ersten Smart-Fortwo-Generation war der knappe "Koffer"-Raum. Zaubern können die Kreateure dieses neuen Automobils auch nicht, sie sorgten aber für erkennbar mehr Raum hinter den Sitzen als früher.

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Zweites Manko:

der Preis. 13.024 Euro für den Smart Fortwo CDI Pulse, das ist eine Ansage (die dringend empfehlenswerte Servolenkung etwa kostet 386,55 € zusätzlich). Immerhin ist bei Smart das Stabilitätsprogramm ESP stets serienmäßig mit an Bord - ein elektronischer Schutzengel, den's etwa im Twingo II derzeit gar nicht gibt und erst ab Frühjahr 2008 gegen Aufpreis.

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Wie auch immer:

Für umweltbewegte Menschen ist der Smart CDI ein Argument, individuell motorisiert zu bleiben. Unter dem Aspekt Umweltverträglichkeit schlägt aber nicht nur dem Smart die Stunde, sondern generell modern motorisierten Kleinwagen.

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So auch

dem Twingo II, den der STANDARD in flotter Motorisierung, wenn auch ohne Turbo, testen durfte. Hauptkritikpunkt gleich vorweg: Die Neuauflage hat im Design gegenüber dem Vorgänger nicht unbedingt gewonnen, die einstige Unverwechselbarkeit ist futsch.

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Das gilt

speziell für die Kulleraugen, auf die angeblich die Frauen so abfuhren. Es waren jedenfalls vornehmlich weibliche Kunden, die sich bisher für den Twingo entschieden; beim Neuen sollen es auch Männer sein.

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Ansonsten gilt:

Klar, 3,6 m Kürze (Twingo) parken sich schlechter als smarte 2,7. Aber mit dem Renault-Mini lassen sich zum Beispiel echte Kleinfamilienausflüge bewältigen, wie sie künftig etwa - herzlichen Glückwunsch, Leo - auf Familie S. zukommen werden. Platz für bis zu vier Insassen ist und bleibt halt schon ein Argument, mit dem man den Smart Fortwo treffen kann.

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Was unbedingt

ebenfalls noch für den Twingo spricht, ist der Preis. Es geht, je nach Ausstattung, auch unter 10.000 €, sogar bei der Version mit 75 PS. Die Turbo-Version mit 101 PS kostet dagegen schon 13.000 €.

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Flott

ist der Twingo II auch deshalb, weil er so wenig wiegt. Immerhin unter einer Tonne. Tempo nimmt er aber nicht unbedingt übers Gaspedal auf, sondern über eifriges Schalten.

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Gleiches

gilt auch für das Sparen: Wer benzinschonend unterwegs sein will - und beim Twingo drängt sich das irgendwie sehr ursprünglich auf -, der muss viel schalten, schauen, dass er immer im richtigen Gang, im richtigen Drehzahlbereich ist. Mit 65 km/h ist übrigens schon die Fünfte möglich, bei 50 km/h sowieso die Vierte. Nur bergauf gehen darf es nicht.

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Noch ein Wort zu den Frauen.

Und zum Twingo. Mit einem eigenen Schminkspiegel, der sich (bei unserem Testwagen) aus der Mittelkonsole entnehmen lässt, und einer stacheligen Ablage, in der sich Bürste und Handy aufbewahren lassen, sowie einem Becherhalter, in den bestenfalls ein Lippenstift passt, ist der kleine Renault in seiner Ausstattung immer noch sehr auf weibliches Publikum ausgelegt.

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Außen (leider) auch.

Unser Twingo hatte serienmäßig an seinen Flanken Blümchen aufgeklebt. Das mag nett sein, auch seine Zielgruppe finden, ist aber nicht unbedingt notwendig. Frauen mögen es auch weniger blümelig. (Andreas Stockinger, Michael Völker, AUTOMOBIL, 23.11.2007)

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