Wien - Bundeskanzler Alfred Gusenbauer lehnt die Gehaltsforderungen der Beamten von plus vier Prozent ab. "Ich glaube, die Beamtengewerkschaft weiß selbst, dass sie da etwas über das Ziel hinausgeschossen hat", so der Kanzler in einem Interview mit den "Vorarlberger Nachrichten" (Samstag-Ausgabe).

Die laufenden Gehaltsverhandlungen für den öffentlichen Dienst bezeichnet Gusenbauer als "ein Ritual, das sich jedes Jahr wiederholt. Die Beamtengewerkschaft legt eine Forderung auf den Tisch, weiß selber ganz genau, dass dies nicht das Ergebnis der Verhandlungen sein wird. Dann werden Verhandlungen unterbrochen, Protestmaßnahmen angekündigt, wieder Gespräche geführt. Und am Ende gibt es ein vernünftiges Ergebnis. So wird es wieder sein."

Vier Prozent

Der Kanzler betonte in dem Zeitungsinterview, dass das allgemeine Niveau der Gehaltsabschlüsse heuer besser als in den vergangenen Jahren sei. "Das ist logisch aufgrund der guten Wirtschaftsentwicklung. Daher können die Beamten auch mit Recht damit rechnen, dass sie einen besseren Abschluss bekommen. Nur: Was sie auf den Tisch gelegt haben, geht weit über das hinaus, was andere bereits erreicht haben. Wenn nicht einmal in der Privatwirtschaft in allen Bereichen diese vier Prozent erreicht werden, dann wird in Österreich wohl kaum jemand Verständnis haben, dass es nur bei den Beamten diese vier Prozent geben wird."

Die Beamtengehaltsverhandlungen werden am Mittwoch kommender Woche fortgesetzt. (APA)