Nach dem Untergang ihres Kreuzfahrtschiffes haben die 154 geretteten Passagiere der "MV Explorer" am Wochenende auch noch einen Zwangsaufenthalt in der Antarktis einlegen müssen: Weil das Wetter zu schlecht war, konnten sie nicht nach Chile ausgeflogen werden und mussten in Militärstützpunkten im ewigen Eis übernachten. Erst am Samstagabend landeten die ersten 77 Schiffbrüchigen an Bord eines Militärflugzeuges in Punta Arenas im Süden Chiles.

Derweil verstärkte sich die Kritik am Zustand des immerhin schon 1969 gebauten Kreuzfahrtschiffes, das nach einer Kollision mit einem Eisberg leckgeschlagen und dann untergegangen war. Experten sagten, das unter liberianischer Flagge fahrende Schiff sei in einem schlechten Zustand gewesen. Bei der letzten Inspektion im Mai dieses Jahres waren laut Medienberichten fünf Mängel festgestellt worden. So hätten unter anderem die wasserdichten Türen und Luken nicht voll funktioniert. Außerdem sollen Rettungspläne gefehlt haben.

Vor 95 Jahren war die "Titanic", das damals größte Kreuzfahrtschiff, ebenfalls nach einer Kollision mit einem Eisberg gesunken. An Bord waren mehr als 2200 Passagieren und Besatzungsmitglieder, von denen nur rund 700 die Katastrophe überlebten. (AFP/DER STANDARD; Printausgabe, 26.11.2007)