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"Red Ribbon" am Wiener Rathaus

Foto: APA/Barbara Gindl
Wien – "Unbemerkt vom österreichischen Alltag fordert die Immunschwächekrankheit AIDS jährlich mehr Opfer, als Österreichs Hauptstadt Wien Einwohner hat", so Gottfried Mernyi vom Österreichischen Aktionsbündnis gegen HIV/Aids in einer Aussendung. Weltweit hätten sich laut UNAIDS im Jahr 2007 2,5 Millionen Menschen neu mit dem Virus angesteckt und noch immer haben weniger als ein Drittel aller an Aids Erkrankten Zugang zur Behandlung und zur medizinischen Versorgung. In Afrika südlich der Sahara bleibt HIV/Aids nach wie vor die häufigste Todesursache.

Kein Zugang

Der umfassende Zugang zu Prävention, Behandlung, Medikamenten und Pflege für alle von HIV/Aids Betroffenen sei trotz intensiver Bemühungen noch immer Illusion. Trotz preiswerter antiretroviraler Medikamente und internationaler Finanzierungsmechanismen zur Bekämpfung von HIV/Aids reichten die Zusagen von Politik und Pharmaindustrie nicht aus, so die Kritik des Aktionsbündnisses.

Das Bündnis fordert auch die österreichische Politik zu einem stärkeren politischen wie finanziellen Einsatz im Kampf gegen HIV/Aids auf - auch auf internationaler Ebene. Auch die Pharmaindustrie sei hier gefordert. Nach wie vor stelle die Österreichische Bundesregierung über ihre indirekten Leistungen durch die EU-Kommission hinaus keine eigenen Budgetmittel für den Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria zur Verfügung.

Neuinfektionen in Österreich

In Österreich steigt die Zahl der HIV-Neuinfektionen wieder an. Für 2007 erwartet die Aids Hilfe Wien erstmals seit langem mehr als 500 Fälle, das sind plus 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr (442 Infektionen). "Zuletzt wurden 1993 mehr als 500 Neuinfektionen verzeichnet", so Obmann Dennis Beck. Österreichweit tragen geschätzte 12.000 bis 15.000 Menschen das Virus in sich.

Welt-Aids-Tag

Am kommenden Samstag, dem 1. Dezember, wird zum 20. Mal der Internationale Welt-Aids-Tag begangen, gleichzeitig feiert das Wiener Aids Hilfe Haus sein zehnjähriges Jubiläum. Das Österreichische Aktionsbündnis gegen HIV/Aids, dem mittlerweile über 40 österreichische Nichtregierungsorganisationen angehören, hat sich zur Aufgabe gesetzt, in Österreich ein stärkeres Bewusstsein über die nationale und internationale Dimension von HIV/Aids zu verankern. (red)