Die Finanzen des ORF sorgen derzeit für heftige Diskussionen unter den Stiftungsräten. Der SPÖ-Stiftungsrat Heinz Lederer hatte sich in der "Presse" für "starke Einsparungen bei den Landesstudios" ausgesprochen, um die Ausgaben des Senders zu reduzieren. ORF-Zentralbetriebsrat und Stiftungsrat Michael Götzhaber sowie die vom Burgenland entsandte Stiftungsrätin Brigitte Kolovits-Rupp (beide gehören dem SPÖ-"Freundeskreis" an) wiesen diese Idee gegenüber der APA entschieden zurück.

Die Landesstudios seien für den Erfolg des ORF unerlässlich. Die von den Ländern gestaltete Sendung "Bundesland heute" gehöre zu den quotenstärksten Formaten des Senders und liege beim Zuschaueranteil oft vor der "Zeit im Bild", so die Räte unisono. "Es gibt kein Unternehmen der Welt, das so ein Spitzenprodukt einstampfen würde. Ein Beschneiden der Landesstudios wäre verrückt", meinte Kolovits-Rupp.

Aänderrungen auf Einnahmenseite

Laut Götzhaber sollten die Änderungen im ORF nicht so sehr auf der Ausgaben- als vielmehr auf der Einnahmenseite stattfinden. Hier sei die Politik gefordert, die dem ORF "endlich" die Rückvergütung der Gebührenbefreiungen zurückerstatten solle. Außerdem soll jener Teil der unter dem Titel "Gebührenentgelt" eingehobenen Mittel, der nicht dem ORF zugute kommt, zweckgebunden werden und in die heimische Filmwirtschaft fließen, so Götzhaber.

Kolovits-Rupp sprach sich für die Aufhebung "der sinnlosen Werbebeschränkungen für den ORF" aus. Durch diese gesetzlich festgelegten Beschränkungen würden dem ORF Einnahmen in Millionenhöhe entgehen, profitieren würden davon lediglich die ausländischen Werbefenster, ist die Stiftungsrätin überzeugt. (APA)