Salzburg – Das öffentliche Wehklagen von Bürgermeister Heinz Schaden (SP) und Stadtrat Johann Padutsch (Bürgerliste), sie würden mit über 2000 Euro netto Pension monatlich nie und nimmer auskommen, bringt Salzburg weiterhin viel Diskussionsstoff. Im Standard-Gespräch geht EU-Parlamentarier Johannes Voggenhuber auf deutliche Distanz zu seinem Nachfolger an der Spitze der Bürgerliste. „Das muss er verantworten“, fordert Voggenhuber von Padutsch Konsequenzen.

Welche – von der inzwischen erfolgten öffentlichen Entschuldigung abgesehen – genau, lässt Voggenhuber offen. Auf jeden Fall dürfe sich niemand „die Dreistigkeit erlauben“, auch nur „andeutungsweise eine andere Behandlung zu verlangen.“ Schaden und Padutsch hatten ja argumentiert, dass es die Verwaltung unterlassen habe, ihre Pensionsbeiträge einzuzahlen, wodurch sie nun in Pensionsnöte kämen. Anmerkung Voggenhuber: Man dürfe, „wie von jedem anderen Bürger verlangen“, dass man merke, wenn keine Pensionsbeiträge einbezahlt werden.

In einer anderen Frage, stärkt er Planungsstadtrat Padutsch hingegen den Rücken. Den nach Bürgerbegehren und zähen Verhandlungen erzielten Kompromiss zum Grünlandschutz hält Voggenhuber – einer der Architekten der Grünlanddeklaration von 1985 – für „tragfähig“.

Es sei immer klar gewesen, dass „die Prüfung aller Flächen“ einmal kommen werde. Die vom Gemeinderat inzwischen abgesegnete neue Deklaration sieht vor, dass knapp 40 Hektar geschützte Fläche zur Verbauung freigegeben wird. Im Gegenzug stehen 3700 Hektar unter strengen Schutz, der nur mit Dreiviertelmehrheit im Gemeinderat und bei „gleichwertigem Ersatz“ oder einer Bürgerabstimmung aufgehoben werden kann.

Im Detail hat Voggenhuber aber Bedenken. Etwa bei der Erweiterung von zwei Firmen im Süden der Stadt. Es handle sich um jene Stelle, wo der Hellbrunner Grünteil bis an die Salzachauen reiche. „Wenn das dort zerstört wird, verliert die Stadt an einer wesentlichen Stelle ihre Form. (Thomas Neuhold/DER STANDARD, Printausgabe, 27.11.2007)