Linz - Josef Hackl ist nicht nur Sicherheitssprecher der Linzer ÖVP - hauptberuflich arbeitet er als Polizist. "Und deshalb weiß ich, wovon ich rede." Diesmal über die zahlreichen Taschendiebstähle in den öffentlichen Verkehrsmitteln. Um dem "ein wirksames Mittel" entgegenzusetzen, will er mit "Signalfarbe" auf die Rückseite der Fahrscheine Hinweise wie "Haben Sie Ihre Wertgegenstände im Blick?" aufdrucken lassen.

Eine entsprechender Antrag seiner Partei im Linzer Gemeinderat fiel jedoch durch. Der Schaden wäre größer als der Nutzen, so SPÖ und Grüne. Linz würde kriminalisiert und ein derartige Image-Kratzer sei im Hinblick auf das europäische Kulturhauptstadtjahr 2009 alles andere als wünschenswert, heißt es in der Tourismusbranche. Hackl kann dieser Argumentation nichts abgewinnen. Noch habe man zwei Jahre Zeit, um "Linz für seine Gäste sicher zu machen".

Immer mehr Diebstähle

Die aktuelle Kriminalstatistik belegt in der Tat, dass in der oberösterreichischen Landeshauptstadt immer mehr Geldbörsen gestohlen werden. Die Anzahl der Diebstähle stieg in den vergangenen zwei Jahren um fast das Doppelte, von 403 (2005) auf (hochgerechnete) 765 in diesem Jahr. Mit Aufdrucken auf Fahrkarten, Passanten zur Wachsamkeit aufzurufen, bringe aber nichts, widerspricht Erwin Fuchs, Leiter der Kriminalabteilung der Linzer Polizei, dem Kollegen Hackl."Wer liest diese Warnhinweise? Ich kaufe mir doch keine Fahrkarte, um Informationen zu erhalten."

Für wesentlich erfolgversprechender hält Fuchs Durchsagen in den Öffis, dass es in Linz wieder vermehrt zu Taschendiebstählen kommt. Vor allem jetzt an den langen Einkaufssamstagen im Advent. (ker/DER STANDARD – Printausgabe, 27.11.2007)