Laut einem Bericht des Wall Street Journal (WSJ) soll der US-Suchmaschinenhersteller Google schon bald einen einheitlichen Internet-Datenspeicher-Dienst anbieten wollen.

Virtuelle Festplatten

Die Google-NutzerInnen sollen dann in absehbarer Zeit auf eine virtuelle Internet-Festplatte zugreifen können, so das WSJ. Dereit gibt es zwar noch keine konkreten Zahlen und Fakten, aus der Google-Praxis ist aber anzunehmen, dass ein entsprechendes Angebot den Konkurrenzkampf in diesem Bereich anheizen wird. Immerhin bieten auch große Unternehmen - wie etwa Apple und Microsoft - entsprechende Dienste an. Bei Microsoft nennt sich das Angebot "SkyDrive" und ist derzeit im Beta-Stadium verfügbar. "Skydrive" bietet eine kostenlose Speicherkapazität von 1 GB.

Der US-Computerkonzern Apple bietet seinerseits ".Mac" an. Diese Sammlung von Anwendungen beinhaltet unter anderem auch die virtuelle Festplatte "iDisk", die in das Betriebssystem integriert ist. Bei Apple stehen den NutzerInnen 10 GB Speicherplatz und bis zu 100 GB Traffic pro Konto zu einem Preis von 99 Euro für 12 Monate zur Verfügung.

Google will nun ebenfalls diesen Markt beackern und hat angekündigt, den AnwenderInnen eine Speichermöglichkeit für ihre Daten anbieten zu wollen bei welcher der Zugriff sowohl von allen möglichen Rechnern wie auch von mobilen Geräten erfolgen kann; und dies passwortgeschützt und verschlüsselt. Das kommende Angebot soll schon in wenigen Monaten starten und soll, so das WSJ, intern unter dem Projektnamen "My Stuff" laufen.

Neues Angebot

"My Stuff" ist dabei durchaus als neues Angebot zu verstehen, auch wenn Google schon jetzt für seine Webanwendungen - etwa Google Docs, Google Mail und Picasa Web Albums die Speichermöglichkeiten für Anwenderdaten bietet. Eine virtuelle Festplatte soll eine Vereinfachung und mehr Benutzerfreundlichkeit dadurch bringen, dass nun anstelle vieler Speicherorte, eine zentrale Lösung bereit steht, die über ein einfaches User-Interface zugänglich und durchsuchbar gemacht wird.

Kostenlos

Bis zu einem gewissen Datenvolumen soll die Anwendung kostenlos sein. Wird mehr Speicherplatz benötigt, so muss gezahlt werden. Mit Apple, Google und Microsoft mischen dann drei Große in einem Markt mit der bislang von vielen kleinen Anbietern besetzt war.

Viele kleine Anbieter

Schon jetzt drängen sich in diesem Bereich viele kleine Unternehmen und Anbieter. So etwa Carbonite und Mozy, zusätzlich auch Freedrive oder iDrive.

Eine Frage des Vertrauens

Zwei wesentliche Punkte für den Erfolg oder Misserfolg bei den virtuellen Festplatten sind Vertrauen und Datensicherheit. Die KundInnen müssen dem Anbieter trauen um ihre Daten auszulagern, auf der anderen Seite muss sichergestellt sein, dass der Zugriff auf diese Daten verschlüsselt und gesichert erfolgt - anderenfalls wird es wohl kein großes und gute Gescäftsmodell werden.(red)