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Wien - Die hohen Rohölpreise lassen auch die heimische Lack- und Anstrichmittelindustrie nicht ungeschoren davon kommen, so der Fachverband der chemischen Industrie in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Sie stehe kostenseitig unter Druck, Synergie-Effekte seien ausgereizt. Mit einer "Weitergabe der starken Kostenerhöhungen" - diese hätten für einzelne Stoffe in den vergangenen Monaten bis zu 18 Prozent betragen - sei zu rechnen.

Wie der Fachverband in einer Aussendung vom Dienstag mitteilte, haben sich Lösungsmittel für Lacke und Farben in den vergangenen Monaten um bis zu 18 Prozent verteuert, die Preise für Harze und Bindemittel sind um 15 Prozent gestiegen. Spezialrohstoffe wie Pigmente und Additive für die Lackherstellung würden um bis zu 8 Prozent mehr kosten.

Seit dem Jahr 2000 haben sich die Rohstoffpreise für die Industrie um 40 Prozent verteuert, die Erzeugerpreise im Gegenzug aber nur um 10 Prozent. Der Wettbewerb habe bisher eine Weitergabe der hohen Rohstoffkosten vielfach unmöglich gemacht. "Alle diesbezüglichen Potenziale scheinen nun ausgereizt zu sein", so der Verband.

Die österreichische chemische Industrie hat für das erste Halbjahr 2007 nach früheren Angaben der WKÖ einen Produktionswert von 6,32 Mrd. Euro ausgewiesen, um 11,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Zuwachsraten fielen aber gegenüber dem Vergleichszeitraum 2006 niedriger aus. Beinahe alle Sparten der chemischen Industrie konnten ihre Produktion in den ersten sechs Monaten des Jahres ausweiten. Der Export gehört weiter zu den größten Wachstumstreibern der Branche. (APA)