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Foto: HERBERT PFARRHOFER / APA
Michael Gaertner hatte Angst um seine Firma. Eine Organisation mit dem Namen Business Software Alliance (BSA) hatten ihm einen Brief geschrieben und seinem Architekturbüro in Galveston in Texas, das zehn Menschen beschäftigt, vorgeworfen, illegale Computerprogramme zu verwenden. Er sollte freiwillig 67.000 Dollar - was ungefähr seinem Jahresgewinn entsprach - an Schadenersatz zahlen. Bei einem Verfahren vor Gericht werde es deutlich teurer, hieß es. Klagen Eine Untersuchung der Nachrichtenagentur AP in den USA kam zu dem Ergebnis, dass die BSA tatsächlich vor allem kleinere Firmen verklagt, wenn es um den Einsatz von Raubkopien geht. Von den 13 Millionen Dollar, die die BSA im vergangenen Jahr in Nordamerika aus Verfahren um Raubkopien einnahm, stammten fast 90 Prozent von kleineren Firmen. Lizenz Die BSA begründet dies damit, dass Raubkopien besonders oft in Kleinunternehmen verwendet würden. Kritiker wenden dagegen ein, dass die Lizenzbestimmungen von Software oft so komplex seien, dass nur größere Unternehmen in der Lage seien, diese auch genau zu befolgen. Kleinunternehmen verfügten nicht über die organisatorischen und rechtlichen Mittel, um die Lizenzbestimmung und ihre Einhaltung zu überwachen. Selbsttätig In Gaertners Fall war es so, dass einige Mitarbeiter bestimmte Dateien nicht öffnen konnten und auf eigene Faust nach Lösungen gesucht hatten. Zudem gingen ihm in seinem Büro einige Belege für rechtmäßig erworbene Programme verloren. "Es fehlte uns einfach das Wissen und es war auch schlechte Buchhaltung auf unserer Seite", räumt er ein. Gaertner einigte sich schließlich mit der BSA auf 40.000 Dollar. Nutzung Die BSA wurde 1988 gegründet. Sie geht weltweit gegen Raubkopien vor und vertritt dabei die Interessen von Unternehmen wie Microsoft, Adobe Systems, Autodesk, Apple, McAfee, Hewlett-Packard, IBM oder Symantec, deren Programm besonders häufig illegal genutzt werden. Jedes Jahr gibt die BSA drei Millionen Dollar für Lobby-Arbeit zum Beispiel im US-Kongress aus, um Einfluss auf die Patentreform oder Gesetze zur Internet-Sicherheit zu nehmen. Zusammenarbeit Die BSA kämpft international gegen Raubkopien, wobei sie dabei auch mit den Regierungen der jeweiligen Länder zusammenarbeitet. In China, wo der größte Teil der eingesetzten Software illegal ist, sank die Rate inzwischen nach BSA-Angaben von 92 Prozent 2003 auf 82 Prozent, was schon als Erfolg gilt. Weltweit liegt die Raubkopien-Rate den Angaben zufolge bei 35 Prozent, nach 43 Prozent 1996. Den Schaden beziffert die BSA für 2006 auf 40 Milliarden Dollar bei einem Branchenumsatz von 246 Milliarden Dollar. (APA)