Moskau - Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat die Kritik der USA am kompromisslosen Vorgehen Moskaus gegen den Ex- Schachweltmeister Garri Kasparow und andere Kremlkritiker zurückgewiesen. "Ich denke, dass jeder demokratische Staat Regeln hat, die es zu befolgen gilt", sagte Lawrow nach Angaben der Nachrichtenagentur Interfax in Washington im Vorfeld der Nahostkonferenz in Annapolis (US-Bundesstaat Maryland).

US-Präsident George W. Bush hatte Moskau zuvor die Freilassung der Oppositionellen verlangt, die am vergangenen Wochenende bei Protestveranstaltungen vor der Duma-Wahl festgenommen worden waren. Meinungs-, Versammlungs- und Pressefreiheit seien fundamentale Werte jeder demokratischen Gesellschaft, mahnte Bush.

"Forderungen an Russland nach Presse- und Versammlungsfreiheit sind überflüssig, weil dies alles schon in unserer Verfassung festgeschrieben ist", sagte Lawrow. Er nannte das Vorgehen der Sicherheitskräfte angemessen. "Jede Verletzung von Regeln muss als Provokation verstanden werden", sagte Lawrow mit Blick auf die nicht genehmigten Kundgebungen der Regierungskritiker am vergangenen Wochenende.

Mehrere Oppositionspolitiker, unter ihnen Kasparow, waren bei den Kundgebungen gegen Präsident Wladimir Putin festgenommen worden. Gerichte verhängten gegen zahlreiche Regierungskritiker mehrtägige Ordnungsstrafen. Ein Gericht in Moskau lehnte eine Haftbeschwerde Kasparows am Montag ab. Die Anwälte des Kremlgegners kündigten eine Klage gegen Russland vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg an. (APA/dpa)