Moskau/Glasgow/Belgrad - Russlands Nationaltrainer Guus Hiddink hat sein zwar zur EURO 2008 geführt, die eigentlich angekündigte Vertragsverlängerung wurde bisher jedoch nicht bestätigt. Wie der Manager des Niederländers bekanntgab, sei es trotz prinzipieller Einigung derzeit nicht möglich, mit dem russischen Verband in Gespräch zu kommen.

Schon vergangenen Monat hatte Hiddink einer Verlängerung seines Kontrakts bis 2010 grundsätzlich zugestimmt und damit Spekulationen, er könne schon bald ein anderes Team übernehmen, beendet. Lediglich kleinere Details seien noch zu klären, meinte Hiddink damals. Sein Manager Cees van Nieuwenhuizen beschuldigte nun Verbandsboss Witaly Mutko, die Verhandlungen zu blockieren.

"Es war Herr Mutko, der sagte, er wolle Guus weiterhin als Russland-Coach haben, hat seitdem aber nichts getan", monierte van Nieuwenhuizen. "Ich habe Guus schon bei vielen Vertragsabschlüssen geholfen, so etwas aber noch nie erlebt." Der Verband veröffentlichte auf seiner Homepage am Dienstag ein Statement, demgemäß man sich in Verhandlungen mit Hiddink befinde.

Van Nieuwenhuizen betonte, dass mehrere Länder, darunter auch England, Interesse am erfolgreichen Hiddink gezeigt hätten, der schon die Niederlande und Südkorea bei den WM-Endrunden 1998 und 2002 ins Halbfinale geführt hatte.

Zurückgetreten ist Schottlands Alex McLeish, er wird neuer Trainer beim englischen Premier-Ligisten Birmingham City. Das Ticket für das Turnier in Österreich und der Schweiz wurde erst im letzten Spiel durch eine unglückliche 1:2-Niederlage gegen Weltmeister Italien verpasst.

McLeish war zehn Monate im Amt, er hatte einen Vertrag bis zur WM 2010. "Er ist ein hervorragender Trainer, er hat einen fantastischen Job gemacht. Jeder im Verband und alle Fans des schottischen Fußballs haben darauf gehofft, dass Alex uns in die WM-Qualifikation führt", sagte der enttäuschte SFA-Präsident George Peat. Wer Nachfolger McLeishs werden soll, war vorerst unklar. In der Qualifikation für die WM 2010 trifft das Team in der Gruppe 9 auf die Niederlande, Norwegen, Mazedonien und Island.

Javier Clemente droht nach der verpassten Qualifikation für die Euro in Serbien die Kündigung. Der Trainer sei für den Misserfolg verantwortlich, hieß es in einer am Dienstag in Belgrad veröffentlichten Stellungnahme des Fachausschusses des serbischen Verbandes. Dieser werde die Kündigung des Spaniers vorschlagen. Serbien ist Gegner Österreichs in der Qualifikationsgruppe 7 für die WM 2010 in Südafrika.

Clemente hatte im Juli 2006 als erster ausländischer Trainer die serbische Auswahl übernommen und einen Zweijahresvertrag erhalten. Seine Entscheidungen über die Zusammensetzung des Teams und mehrere Niederlagen in den EM-Qualifikationsspielen waren von Medien und Sportexperten heftig kritisiert worden. Der 57-Jährige war zwischen 1992 und 1998 Trainer der spanischen Nationalmannschaft. (APA/Reuters/red)