Lissabon - Simbabwes Präsident Robert Mugabe will trotz aller Kritik am EU-Afrika-Gipfel Anfang Dezember teilnehmen. "Ja, ich werde hinfahren", kündigte Mugabe laut einem Bericht der portugiesischen Nachrichtenagentur Lusa vom Dienstag an. Daraufhin sagte der britische Premierminister Gordon Brown, wie bereits zuvor angekündigt, seine Teilnahme ab.

"Ich werde nicht zu diesem Gipfel reisen", sagte Brown vor Journalisten. Es sei ihm angesichts der Situation in Simbabwe nicht möglich, das Gipfeltreffen zu besuchen und sich mit Mugabe an einen Tisch zu setzen, Großbritannien werde jedoch einen Repräsentanten zu dem Treffen schicken, hieß es in einer Mitteilung der Regierung. EU-Kreisen in Brüssel zufolge lässt sich die britische Regierung voraussichtlich von Afrika-Minister Mark Malloch-Brown vertreten. Auch Tschechiens Ministerpräsident Mirek Topolanek will demnach wegen Mugabe nicht nach Lissabon kommen.

Gipfel in Lissabon

Portugal, das derzeit die EU-Ratspräsidentschaft innehat, hat auf Druck der Afrikanischen Union (AU) alle afrikanischen Staatschefs zu dem Gipfel am 8. und 9. Dezember nach Lissabon eingeladen. Die portugiesische und die britische Regierung erklärten allerdings, sie wollten Mugabe dort nicht sehen. Andere EU-Länder wollten in einem solchen Fall weniger ranghohe Delegationen entsenden. Der portugiesische Außenminister Luis Amado sagte, eine Teilnahme Mugabes würde von den eigentlichen Themen des Gipfels ablenken.

Im Mittelpunkt des Treffens sollen eine Stärkung der Handelsbeziehungen zwischen der EU und Afrika, Menschenrechte und gute Regierungsführung stehen. Der senegalesische Präsident Abdoulaye Wade wollte am Dienstag nach Simbabwe fliegen, um zu vermitteln.

Der frühere britische Premierminister Tony Blair hatte den ersten EU-Afrika-Gipfel vor sieben Jahren in Kairo boykottiert, weil Mugabe anreiste. (APA/AP/dpa/Reuters)