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Caracas - In Venezuela ticken die Uhren demnächst anders als im Rest der Welt. Am 9. Dezember lässt Präsident Hugo Chavez die Zeitmesser in dem südamerikanischen Land um eine halbe Stunde zurückdrehen, wie Venezuelas Amtsblatt am Mittwoch mitteilte. Dem neuen Gesetz zufolge werden die Uhren dann auf die Weltzeit minus viereinhalb Stunden eingestellt werden, eine Zeitzone, die es in keinem anderen Land der Welt gibt. Chavez hat seine Entscheidung vor allem damit begründet, dass diese Anpassung Vorteile beim Energieverbrauch und bei der Produktivität bringe. Nach einer anderen Darstellung hätte Chavez die Maßnahme damit gerechtfertigt, dass die Vereinigten Staaten der Welt die Einteilung in Zeitzonen zu vollen Stunden auferlegt hätten.

Chavez bricht diplomatische Beziehungen zu Kolumbien ab

Chavez hat wegen des Streits mit Kolumbien die diplomatischen Beziehungen zu dem Nachbarland abgebrochen. Solange Kolumbiens Präsident Alvaro Uribe an der Macht sei, werde er die Beziehungen nicht wieder aufnehmen, sagte Chavez. Kurz zuvor hatte Uribe seinen Amtskollegen noch aufgefordert, "Wut und Eitelkeiten" bei Seite zu legen.

Chavez hatte am Dienstag bereits den venezolanischen Botschafter aus Kolumbien abberufen und den USA-freundlichen Uribe als "Spielfigur des Imperiums" bezeichnet. Auslöser des Streits war die Entscheidung Uribes, Chavez das Mandat für Verhandlungen mit marxistischen Rebellen in Kolumbien zu entziehen, bei denen es um die Freilassung von Geiseln ging. Uribe habe Venezuela mit seiner Entscheidung "ins Gesicht gespuckt", hatte Chavez am Sonntag kritisiert. (APA/Reuters/red)