Bild nicht mehr verfügbar.

Er habe sich bei Darling nicht "beworben", sondern es sei "eine allgemeine Orientierung über meine neue berufliche Situation" gewesen, sagte Gorbach.

Foto: APA
Wien - Der frühere Vizekanzler Hubert Gorbach hat auf offiziellem Amtspapier der Republik Österreich nicht nur eine Job-Bewerbung an den britischen Finanzminister Alistair Darling geschickt, sondern sich auch an die österreichischen Botschaften in Moskau und Vilnius gewandt. Außenministerin Ursula Plassnik habe dies in einer parlamentarischen Anfragebeantwortung der grünen Abgeordneten Gabriela Moser bestätigt, berichte die Tageszeitung "Österreich" und die "Vorarlberger Nachrichten" (Mittwoch-Ausgabe).

Botschaften in London, Moskau und Wilna

In der Beantwortung heißt es wörtlich: "Vizekanzler a.D. Hubert Gorbach hat sich, nach den mir vorliegenden Informationen, mit dem Ersuchen um Weiterleitung von bereits adressierten Schreiben an die Österreichischen Botschaften in London, Moskau und Wilna gewandt." Diese Briefe waren ebenfalls in Gorbach-Englisch abgefasst und hatten einen ähnlichen Adressatenkreis. Der erste bekannt gewordene Brief ging am 18. Juli 2007 an seinen "long-time-friend" Finanzminister Alistair Darling. Gorbach hat sich darin um Tätigkeiten beworben, in denen er seine Erfahrungen und sein Wissen einbringen könne.

Die Schreiben Gorbachs an die Botschaften in London, Moskau und der litauischen Hauptstadt seien auf dem Amtsbriefpapier seines ehemaligen Ressorts mit dem handschriftlich ergänzten "a. D." nach der Bezeichnung "Vizekanzler" verfasst worden. Die für einen solchen Verstoß zuständige erste Instanz, die Bezirkshauptmannschaft Feldkirch, hat bereits ein Verfahren wegen widerrechtlicher Verwendung des Bundeswappens eingeleitet. Im Normalfall erhält der Beschuldigte binnen Zwei-Wochen-Frist die Möglichkeit auf eine Rechtfertigung. Bisher war von einer solchen seitens Hubert Gorbach noch nichts in Erfahrung zu bringen.

Gorbach: "Keine Bewerbung"

Gorbach selbst hatte gemeint, er habe sich nicht um einen Job beworben. Bei Alistair Darling sei es "keine Bewerbung" gewesen, "sondern eine allgemeine Orientierung über meine neue berufliche Situation mit dem Hinweis, dass ich gerne weiterhin internationale Kontakte pflege und bei Bedarf für allfällige Projekte oder Funktionen in Kontrollorganen (Beirat, Aufsichtsrat) ansprechbar bin - ein im Zeitalter des Networking absolut üblicher Vorgang", hatte Gorbach in einer schriftlichen Stellungnahme, die der APA vorliegt. (APA)