Braucht Offline-Zeit für Weihnachtskarten und Geschenke: YouTube-Star "geriatric1927" alias Peter Oakley.

F.: spu/Beigelbeck
"Hello, YouTubers", fängt wie gewohnt "geriatric1927" , YouTubes ältester Videoblogger, vor wenigen Tagen seinen jüngsten Videoclip an; eine Erkältung plage ihn seit ein paar Wochen, aber eigentlich noch etwas anderes. Es gebe zwar schon Vorteile, wenn man allein lebt, sagt der Witwer. Aber einer der Nachteile sei definitiv, dass einem keiner Tee mache und sich ein wenig um ihn kümmere.

Eine Pause

Darum will er sich jetzt mal eine Pause von der Videoplattform gönnen, teilt er seinem Publikum mit, keine Angst, er werde schon wiederkommen. Aber die über 80 Videos seit seinem ersten Auftritt im August des Vorjahres und das große Medieninteresse seither sind doch etwas viel. "Da ist ein neues Leben über mich hereingebrochen", erzählt "geriatric1927", mit bürgerlichem Namen Peter Oakley.

I(m Rampenlicht

Seit er seine Videos mache, "vergeht keine Woche, in der nicht das Radio oder ein Fernsehteam für einen Bericht vorbeikommt. Es sieht so aus, als ob sich inzwischen das ganze Bildungssystem alter Menschen annimmt, und dauernd sind die Fragen irgendwelcher Leute zu beantworten. Und nächste Woche sollen wir nach München fliegen, um irgendetwas aufzuführen, ich weiß nicht einmal was."

Treue Stammgemeinde

Oakley ist Witwer und Pensionist, lebt in der "Mitte Englands" und hat ein bewegtes Leben gehabt, als Radar-Mechaniker im Zweiten Weltkrieg und lebenslanger Motorrad-Fan. Sein Videoblog mit autobiografischen und alltäglichen Geschichten zählte schon kurz nach dem Debüt zu den meistabonnierten, noch immer finden sich je rund 12.000 Menschen ein, wenn er mit einem neuen Beitrag auf Sendung geht.

"Keine Panik, ich bin nicht tot"

Auch eine Fansite hat sich inzwischen gebildet, auf dem Peter ein Blog führt, seine Videos gesammelt sind (zusammen mit Videos der britischen Rentnerband "The Zimmers") und sich seine virtuelle Großfamilie trifft. "Keine Panik, wenn ich eine Zeit lang nicht erscheine, bin ich nicht tot."(Helmut Spudich/DER STANDARD, Printausgabe vom 28.11.2007)