Beaver Creek/Colorado - Benjamin Raich litt als fairer Sportler mit Aksel Lund Svindal mit. "Ich habe nur die Unterbrechung mitbekommen. Aber nicht, was mit ihm passiert ist. Hoffentlich ist es nicht zu schlimm", sagte der Tiroler am Dienstag nach dem Abfahrtstraining in Beaver Creek, in dem sein Hauptkonkurrent so schwer gestürzt war. Nach dem Aus für den Weltcup-Leader aus Norwegen geht Raich nun aber als einer der Topfavoriten am Donnerstag in die erste Superkombination der Saison.

Svindal hatte im Vorjahr vom Out einiger Topfavoriten wie Raich und Bode Miller profitiert und in Beaver Creek seine erste Superkombination überhaupt gewonnen. Mit diesem Triumph hatte der Norweger auch die Basis für seinen späteren Gesamtsieg gelegt. Der erste Tag der "Mini-WM" in Colorado wird wegen der rund 80 Starter auch diesmal wieder einmal ein Marathon. Zudem beginnt der Slalom erst um 14:30 Uhr Ortszeit und damit um 22:30 MEZ. Die Abfahrt geht als erster Bewerb ab 19:00 MEZ in Szene.

"Ich kann auf dieser Abfahrt ganz gut fahren"

Raich hatte wegen der wohl schwierigsten Superkombi des Jahres im Vorjahr auf die Spezialabfahrt in Beaver Creek verzichtet. Auch diesmal will er sich diese Entscheidung bis nach der Superkombination offen lassen. "Ich kann auf dieser Abfahrt ganz gut fahren. Ob ich am Freitag aber wirklich am Start bin, entscheide ich später. Zunächst denke ich mal nur an die Kombi und dass ich dort zwei gute Durchgänge hinbekomme", sagte der Tiroler.

Bode Miller und vor allem die Schweizer werden wohl wieder die härtesten Gegner von Raich, Mario Matt, Romed Baumann und Co. in der ersten Superkombi des Jahres sein. Aber nicht nur Daniel Albrecht, Marc Berthod, Didier Defago und Silvan Zurbriggen spitzen bei den Eidgenossen auf diesen Kombi-Bewerb aus Abfahrt und Slalom. Sondern neuerdings auch Didier Cuche. Der Abfahrts-Weltcupsieger war vergangene Saison Gesamt-Dritter im Weltcup geworden und weiß, dass er in der Kombi wichtige Punkte holen kann.

2.000 Slalom-Tore für Cuche

Deshalb hat der Speed-Spezialist heuer im Sommer wie wild Slalom trainiert. "Die Spezialisten fahren bis zu 30.000 Tore. Ich habe 2.000 trainiert. Es war für mich trotzdem mehr als in den vergangen zehn Jahren zusammen", witzelte Cuche, der aber der Abfahrt in Beaver absoluten Vorrang gibt. "Nur wenn am Mittwoch kein Training sein sollte, fahre ich die Superkombi", hatte er sich vorgenommen. Nach dem Out von Svindal könnte das aber alles wieder ganz anders aussehen.(APA)