Brüssel/Wien - Die meisten EU-Länder haben zwischen 1995 und 2000 ihre Budgetdefizite um mehrere Prozentpunkte gesenkt bzw. überhaupt in einen Überschuss verwandelt. Griechenland etwa hatte 1995 noch eine Neuverschuldung von 10,2 Prozent des BIP und soll laut Frühjahrprognose der EU-Kommission heuer nur mehr einen Abgang von 1,3 Prozent des BIP ausweisen. Im gleichen Zeitraum drehte Finnland einen Abgang von 3,7 Prozent in einen Überschuss von 4,1 Prozent des BIP. Österreich hat von 1995 bis 1999 das Defizit von 5,1 Prozent auf 2,0 Prozent gesenkt und sollte laut alter Prognose heuer eine Neuverschuldung von 1,7 Prozent erreichen. Nach neuen Vorschlägen des Finanzministers soll das Budget 2001 ausgeglichen sein. Auch andere EU-Länder schafften in den letzten Jahren Sparmaßnahmen in der gleichen Größenordnung. Spanien etwa senkte von 1995 bis 2000 die Neuverschuldung von 6,9 Prozent des BIP auf 0,7 Prozent. Irland drehte im gleichen Zeitraum einen Abgang von 2,5 Prozent des BIP in einen Überschuss von 1,7 Prozent des BIP um. Dänemark kam von einem Defizit von 2,3 Prozent zu einem Überschuss von 2,4 Prozent. Insgesamt werden heuer sieben der 15 EU-Staaten keine neuen Schulden mehr machen, sagt die Prognose der EU-Kommission voraus. Dabei haben fast alle Länder der EU von sinkenden Zinsbelastungen profitiert. Zugleich wurden die Sozialleistungen, gemessen als Anteil am BIP, durchgehend gesenkt. Während meist der Staat seine Konsumsausgaben verringerte, hat nur ein Teil der Mitgliedsländer, etwa Griechenland, Spanien, Finnland oder Schweden, die Steuern erhöht. In den Niederlanden waren die Sparbemühungen sogar von spürbaren Steuersenkungen begleitet. (APA)