Peking - In China ist die Zahl der registrierten Aids-Infektionen in diesem Jahr um rund 22 Prozent gestiegen. Bis Ende Oktober seien 223.501 Menschen positiv getestet worden, meldeten staatliche Medien mit Bezug auf das Gesundheitsministerium in Peking. Darunter seien 62.838 Menschen, bei denen die Immunschwächekrankheit ausgebrochen sei. Im vergangenen Jahr war bereits ein starker Anstieg der bekannten HIV-Infektionen um 30 Prozent auf 183.733 verzeichnet worden. Bei den bekannten Fällen sind zu zwei Drittel Männer mit dem Virus infiziert.

Nach Schätzungen des Ministeriums und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) dürften insgesamt 700.000 Menschen in China infiziert sein. Nach Angaben des Ministeriums sind "in den vergangenen Jahren" 22.205 Menschen in China an Aids gestorben, ohne dass der Zeitraum genau genannt wurde. UN-Experten sehen in den neuen Zahlen nicht unbedingt einen tatsächlichen Anstieg, sondern gehen davon aus, dass ein stärkeres Bewusstsein und die vermehrte Inanspruchnahme von HIV-Tests zu einem Zuwachs der gemeldeten Fälle geführt haben könnten.

Allerdings wird das Virus heute immer öfter durch ungeschützten Geschlechtsverkehr von Risikogruppen auf die allgemeine Bevölkerung übertragen, nachdem Drogenspritzen und unhygienische Blutspenden lange wesentliche Ursachen für die Verbreitung von Aids in China waren. Nachdem die Gefahr lange ignoriert worden ist, bleiben auch heute noch viele Infektionen aus Unkenntnis, Angst vor Diskriminierung oder Armut unerkannt. (APA/dpa)