Paris - Nach den jüngsten Straßenschlachten in französischen Vorstädten hat Präsident Nicolas Sarkozy erneut ein hartes Vorgehen gegen die Randalierer angekündigt. "Diese Leute sind Gauner, die zu allem bereit sind. Wir werden jeden einzelnen finden", sagte Sarkozy am Donnerstagabend in einem vom privaten Fernsehsender TF1 und vom öffentlich-rechtlichen Sender France 2 übertragenen Interview.

Der französische Staatschef bat das Parlament um Zustimmung für einen Gesetzesvorschlag von Justizministerin Rachida Dati, der für Wiederholungstäter nach verbüßter Haftstrafe eine Sicherheitsverwahrung vorsieht. Solange die Täter nicht "geheilt" seien, dürften sie nicht freikommen, betonte Sarkozy.

"Keinen Zoll zurück"

Sarkozy hob hervor, dass die Ausschreitungen von "äußerster Schwere" gewesen seien und er diese nicht auf die leichte Schulter nehme. Wegen des Gebrauchs von Schusswaffen bei den Straßenschlachten sei das Land haarscharf an einer Katastrophe vorbeigeschlittert. Er versprach, die Republik werde "keinen Zoll zurückweichen".

Im Pariser Vorort Villiers-le-Bel, dem Schauplatz der jüngsten Krawalle, blieb es dank massiver Polizeipräsenz in der Nacht weitgehend ruhig. Vereinzelt wurden dennoch Autos in Brand gesetzt. In der Nacht auf Dienstag waren in dem Ort rund 80 Polizisten verletzt worden. In der Folgenacht griffen die Unruhen auf Toulouse über. Die Krawalle entzündeten sich an einem Verkehrsunfall, bei dem am Sonntag zwei Jugendliche ums Leben gekommen waren.

Das französische Kulturministerium stellte nach eigenen Angaben 20.000 Euro Nothilfe zur Verfügung, um den teilweise niedergebrannten Bestand der Stadtbücherei von Villiers-le-Bel wiederherzustellen. Wie die Behörde am Donnerstag erklärte, sicherte Kulturministerin Christine Albanel dem Bürgermeister der Vorstadt, Didier Vaillant, in einem Telefonat ihre Solidarität zu. Außerdem rief Albanel die Verlage zu Bücherspenden auf. (APA)